Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 12 (September 1856)
- Article
- Elul
- Date
- 1856-09-01
- Page
- 631 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Zu den SrUchoih-Tagcn. 631 Lebens vergleichen, und überall das noch Unvollendete, das noch Unerreichte in der Gerechtigkeit und der Liebe und in der Heiligung des Lebens gewahren, gewahren, wie weit wir überall in unserem Einzeln-, Familien- und Gemeindeleben gegen das anzustrebende Ideal unserer Aufgabe zu kurz geblieben, o, dann wird uns die Sehnsucht nach einer neuen Spanne Zeit erfassen, in der wir sühnen und vollenden könnten, waS wir fehlervoll und mangelhaft in der Vergangenheit gelassen, dann werden wir uns freuen auf ein neues Jahr, wenn uns die göttliche Gnade eins gewährt, wie wenig Neues es auch sonst in seinem Gefolge bringen möge. Uns wird es ein neues sein, wir werden darin mit neuem, frischem Muthe an die Vollendung unserer alten Aufgabe gehen; wir wissen: מה שהיה הזא שיהיה was geworden ist, das soll erst werden, in alle Ewigkeit reicht der Bund des alten Gotteswortes und mit jedem neuen Jahr tritt das alte, ewige Wort zu neuer, frischer Lösung an uns heran. Es ist der Ernst, der uns über die Schwelle des neuen Iahres geleitet. Wenn das alte Jahr sich neigt, wenn die Natur den Wechsel ihrer Erscheinungen an uns vorübergeführt, und die Geschichte den Kreis ihrer Erinnerungen zu schließen beginnt, wenn uns der Herbst und der Winter, der Frühling und der Sommer gegrüßt und wir alle die großen geschichtlichen Erfahrungen der Väter, der Schuld und der Sühne, der Erhaltung, Erlösung und Erwählung zum Volke der Thora, der Verirrung, des Untergangs, der Verbaunnng und der Erhaltung mitten im Verfall, an ihren Fest- und Fasttagen feiernd und fastend wieder einmal im Geiste durchlebt, dann ruft uns der Schofar im Elul vor dem Schlüße dieses großen, hehren Chklns uns zu sammeln und uns klar zu machen, was wir denn nun gewesen und geworden in diesem Gange der zu Gott weckenden Zahreserziehung, ob alle diese leuchtenden Zeit-- bilder spurlos an uns vorübergegangcn, oder ein jedes von ihnen die Saaten des Geistes und Gemüthes in uns gezeitigt und zur Reife gebracht, die uns bessere Menschen, wahrere, wackere Juden und Jüdinnen hätten werden lassen sollen. Und wenn wir dann gewahren, wie all unser Thun so lücken- Haft und mangelhaft unser Streben, wie unsere Liebe so karg und