Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 11 (August 1856)
- Article
- Die jüdische Heiterkeit
- Date
- 1856-08-01
- Page
- 593 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932821-2932833-2940060--01787-2940129- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die jüdische Heiterkeit. 593 ganzen, gehöhnten, gedrückten, gehetzten Volk freudigen Ersatz für Alles zu bieten und Geister klar und frisch und lebendig wach zu erhalten wußte, zu deren Ertödtung und Verdumpfung sich alles Andere vereinigte. Der Geist der in ihr lebt ist der freudig belebende Gotteshauch, die Stimmung die ste fordet שמעחתא כעי לילוחא ist heitere Klarheit, die Dinge die sie erforscht, stnd die lebendige wirkliche Welt, und die Art ihrer Forschung ist eine solche, die in jedem Momente zu neuem, eigene Getstesschaffen ladet und nur in Mttthetlung lehrend und lernend erstarkt, alles, Momente die wie keine andere, Geister und Gemüther fortwährend zu beleben, zu erfrischen, zu erfreuen vermögen. Und diese Wissenschaft nun, nicht Prtvatgut einer Gelehrtenkaste, diese Wissenschaft heiliges Gemeingut Aller, Allen geöffnet, von Allen über Alles geschätzt — so war es, so sollte es sein מורשה קהלת יעקב — ein ganzes Volk eine ganze Nation an ihren Perlen, ihren Blüthen, ihren Früchten theilnehmend — für jeden neuen Fund, jeden neuen Gedanken, jedes neue Wort, Ohren und Geister des ganzen Volkes geöffnet — ein schönes Wort מרכר׳ תורה Paß und Freibrief in Palais und Hütte-O, die wissen nicht, welch' einen heitern Seelenschatz ste unserer Zugend geraubt, die, wie Acher in unsere Schulen gegangen und mit dem Krämerspruch: was soll die Thorah diesen! der da wird Kaufmann, Handwerker der! die Schüler von Seiten der Lehrer, und die Lehrer von Kenntntß der Thorah verjagt! נעשה תשמע Jüdisches Leben und jüdische Lehre das, sind und bleiben die einzigen ewigen, durch kein künstliches Surrogat zu ersetzenden Quellen ewig heiterer Lebensfreude, und jedem jüdischen Gemüthe und jedem jüdischen Geiste sind heute noch die Worte aus innerster Seele gesprochen, die von der Davidsharse zu uns herüber tönen: Die Lehre Gottes umfaßt das ganze Leben Darum erquickt sie die Seele. Das Zeugniß Gottes begleitet uns überall treu Darum macht's den Unerfahrensten weise. Die Aufgaben Gottes liegen so einfach in unseres Lebens Ebene Darum erfreuen sie das Herz. Das Gebot Gottes ist so klar und lauter Erleuchtet darum die Augen.