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Jeschurun · 1856-08-01 · Heft 11 (August 1856) · p. 582

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 11 (August 1856)
Article
Aw
Date
1856-08-01
Page
582 (sequence 14)
Language
German
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582 Aw. und den Erscheinungen der Natur und den Eretgniffen der Zeiten .gewiesen ist, der kann den Gedanken: Gott im Busen wahren, sein Werk und seine Waltung in der Natur und der Geschichte verehren und die Gottesstimme des Gewissens, und den Gotteswillen in den Anforderungen des Sittcngcsetzes, so weit ihm alles dies aufgegangen und klar geworden, heilig halten und befolgen und fällt nicht nothwendig ohne die sinaittsche Offenbarung der Gottesleugnung anheim. Allein der Jude, der vom sinaitischen Gesetz abgefallene Jude, der die bisher gezeichneten Stadien des Abfalls zurücklegt, und zuletzt, um sich der lästigen Bürde des Gesetzes zu entledigen, die ganze Existenz eines geoffenbartcn Gesetzes leugnet, der wird an der Hand derselben Sophismen endlich zur Leugnung der Existenz Gottes gelangen- Ist Gott, ist Gott Gott, der freie Schöpfer und Bildner, Gesetzgeber und Ordner der Welt, der freie Walter und Lenker, Richter und Erzieher in der Geschichte, ist's sein Wille, der in dem Werke der Schöpfung verwirklicht dasteht und der in der freien That des Menschen zur Verwirklichung kommen will, wer will seiner Macht und seinem Willen Ziel und Gränze setzen, wer das Faktum seines Willens als etwas Unmögliches leugnen, wer sprechen — denn daraus läuft zuletzt die ganze Weisheit dieser Sophismen hinaus — wer sprechen: Gott hat am Sinai seinen Willen nicht ausgesprochen, weil er zu dem Menschen nicht sprechen, weil er zu dem Menschen nicht anders als durch das Medium seiner Werke und seines Wirkens sprechen kann, und ״Gott sprach zu Moscheh", ״Gott sprach zu einem ganzen Volke, Worte hörtet ihr, Gestalt sähet ihr keine —" ist darum Mähr und Fabel — Ist Gott, ist Gott Gott, wer will so zu sprechen wagen, wer es wagen sein ganzes Leben in Widerspruch mit einem Gesetze zu setzen, so lange er noch mindestens sich die Möglichkeit gestehen muß, daß es von Gott sei: ״Und wenn es nun doch Gottes Gesetz ist? Und wenn es nun doch Gottes Wille ist?" Diese quälenden Fragen wird man nur los^ wenn — man den Gedanken: Gottlosgeworden, oder sich diesen Gedanken aller Gedanken zu einem so wesenwillen- und machtlosen tobten Götzen zustutzt, zu einem so wesen-, willen- und machtlosen Begriff verflüchtigt, daß er weiter — nicht — stört, — הא כל שיש בו כל המרות הללו סוף שהוא כופר בעיקר! ־־-

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