Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1856)
- Article
- Deutschland : Wien [Nachricht]
- Date
- 1856-07-01
- Page
- 565 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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Zeschmun Zweiter Jahrgang. Ausgegeben de» 15. Juni 1856. In dieser Beiblatt werden Inserate zu 3 kr. pr. Zeile oder deren Raum ausgenommen Da mit dem 1. Juli ein neues Quartal beginnt, so erinnenn wir an gef. baldige Erneuerusig des Abonnements, damit die regelmäßige Zusendung keine Unterbrechung erleide. Deutschland. Mün chs) 2. Juni. Der Kammer der AbgeordMen" liegt bekanntlich ein von Frhrn. v. Lerchenseld und 9 Genossen gestellter Antrag dezuglich der Verhältnisse der'Juden" VM dahin gehend, es möge durch den Landtagsabschred ausgesprochen weKen: 1) die Juden sind in Ansehung der Ansässigmachung, an Orten, wo bereits Juden wohnen׳, den Christen gleichgestellt; die Beschränkung auf die Matrrkelzahl ist aufgehohen. Hinsichtlich der Ansässigmachung der Juden an andern Orten soll es vorläufig noch beim Ediet von 1613 sein Bewenden haben; es soll jedoch bei Ansässigmachung der Juden in Städten mit magistratischer Verfaffung die Bewilligung nicht versagt werden, wenn die Aufnahme von Seite der Gemeindebehörde ertheilt worden ist; 2) die Juden sind bezüglich der'Ausübung der Gewerbe den christlichen Staatseinwohnern gleichgestellt; die bisher bestandenen Ausnahmsbestimmungen find aufgehoben. Ueber diesen Antrag hat nun Fürst W a ll er st e in ausführlich referirt. Es wird von den Antragstellern vor Allem hingewiesen auf die bisherigen parlamentarischen Vorgänge, und hervorgehoben: wie dem Landtage voll L649 von Seite der Krone ein ^,auf völlige Gleichstellung der Juden mit-den christlichen Staatseinwohnern" lautender Gesetzentwurf übergeben, dieser von der Kammer der Abgeordneten mit großer Majorität angenommen, von jener der Reichsräthe aber abgelehnt worden fei; wie in beiden Kammern ״selbst den Gegnern des Entwurfs" klar gewesen, daß die auf den Juden noch lastenden bürgerlichen Beschränkungen Beseitigung erheisch- Len; wie ״die Absicht dieser Gegner" nur dahin gerichtet gewesen, ״die Regelung der staatsbürgerlichen Stellung der Juden einer späteren Zeit vorzübehalten und die Ansässigmachung der Juden an solchen Orten, wo Mher keine wohnten, mit Vorsicht behandelt zu wissen"; wie später gelegentlich der von der Regierung beantragten und von beiden Kammern gebilligten Aushebung auf den Juden lastender civilrechtlicher Ausnahmsbesttmmungen ein modifictrender Antrag des Reichsraths Grafen v. Giech auch die übrigw Verhältnisse der Juden angeregt, und diese Anregung vor-