Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1856)
- Article
- Die Conferenzen der Grands Rabbins zu Paris
- Date
- 1856-07-01
- Page
- 556 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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586 Die ConferenM lauten Protest die Sanktionirung eines Gebahrens verhüten, das heute Gutes und morgen das Böseste des Bösen den dann willenlos pretsgegebenen Gemeinden als Synodal-Dekretalten htnauszugeben sich einmal gelüsten lassen dürfte. Nicht minder schmerzlich ernst sind aber die Betrachtungen, zu denen die Gegenstände und Resultate dieser Konferenzen Veranlaffung geben. Wir wollen hier nicht die einzelnen Beschlüsse einer Prüfung vor dem Forum der jüdischen Religionsgesetzlichkett unterziehen. Die Beschlüsse einer Versammlung von Ghraiids rabbins, die die partielle Abschaffung der Piuttm beschließt und die Einführung der Orgel und deren Spiel durch Nichtjuden an Sabbath und Festtagen au point de vue doctrinal, aus gesetzlichem Gesichtspunkte, billigt Und gegen deren Einführung nur den Seufzer über einen ״mit der Einfachheit unseres Kultus schwer vertraglichen Pomp" kennt, bedürfen einer solchen Prüfung nicht. Sie hat damit den Standtpunkt zur Genüge bekundet, aus welchem die Majorität ihrer Glieder steht und den ״Mbles“ hinlänglich gesagt, wessen sie sich von diesen Synvdal-Conferenzen in aller Zukunft zu gewärtigen haben dürften. Wir wollen hier nur die Kategorie der Gegenstände überhaupt betrachten, mit welcher sich heutzutage eine Conference rabbtnique beschäftigt, weil sich darin, wie in nichts anderem sonst, die ganze Richtung unserer Tage kennzeichnet. Es treten die ״schauenden Häupter", die geistigen ״Augen", die Kreis-Oberrabbiner eines großen Reiches mit ihrem Central- Oberrabbiner, es treten die Männer,, die wie unsere Hohenpriester das geistige, religiöse und sittliche Heil ihrer Stämme vor Gott auf ihren Schultern und ihrer Brust tragen sollen, sie treten zusammen um ״die Bedürfnisse ihrer Gemeinden" und ״die geeigneten Mittel zur Beförderung der religiösen und sittlichen Verbesserung derselben" zu besprechen. Und sie treten in einer ernsten Zeit zusammen, in einer Zeit, in welcher das göttliche Gesetz wie vielleicht noch nie ״in dem Winkel" liegt und fast aus der Kunde der jüdischen Generatton geschwunden ist, in welcher vie Erfüllung dieses göttlichen Gesetzes immer mehr und mehr aus dem Leben weicht, in welcher Materialismus und Sensualismus im Bunde mit jüdischem Pfaffenthum und Literatenstreusand einen Kamps gegen dieses Gesetz an-