Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1856)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1856-07-01
- Page
- 530 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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530 Geschichte der Juden 1>m vr. Gräh. Achter Artikel. seiner Zeit" um, die R. G. mit Bann belegt haben soll, sehen wir die Thatsachen an, die der Vers, für diese ganze Behauptung aufführt, so stellt sich uns wieder die leichtsinnigste, unwiffeuschaftlichste Fluchtigkeit heraus, die auf die unverantwortlichste Weise historische Data behandelt. Der Vers, weiß überhaupt nur drei Falle zu nennen, in welchen R. G. den Bann verhängt und einen vierten, in welchen er mit dem Banne gedroht haben soll. R. Jose b. Taddai, Elieser b. Chanoch und R. Elieser b. Hyrkauos sollen von R. G wirklich mit Bann belegt, und R. Akiba mit demselben bedroht worden seit!. Von jenen drei Fällen angeblich wirklich von R. G. verhängten Bannes ist nur Einer, der nämlich gegen seinen Schwager R. Elieser b. H., ein wirkliches Faktum. Von den beiden Andern: R. Jose b. T. und Elieser b. CH. — die beiläufig so sehr zu den ״bedeutendsten" Männern ihrer Zeit gehörten, baß man leider überhaupt nichts weiter von ihnen weiß — von diesen beiden Fällen ist der erste mehr als zweifelhaft, der letzte aber ein nach allen Seiten so arger Schnitzer, wie sich dessen kein einfältiger Chronikenschrciber, geschweige denn' ein niit wissenschaftlicher Forschung gerüsteter Historiker schuldig machen darf. Die Notiz hinsichtlich des N. Jose b. Taddai aus Tiberias ׳befindet sich in Derech Erez Rabba K. 1, einer jener ״kleinern" Sammlungen, deren Inhalt und Text bekanntlich nicht der Grad der Authenticität wie den übrigen talmudischen Traktaten zuzucrkennen ist. Unglücklicher Weise ist nun dieselbe Notiz auch im Jalkut Emor zur Stelle: והוא אשה בבתוליה יקח aufbewahrt und sind die Recenfionen des Jalkut von so bedeutendem kritischen Werth, daß sie sehr oft selbst von talmudischen Stellen unsern Ausgaben gegenüber die richtigere Lesart enthalten. Nun aber war's nach dem Jalkut nicht R. G. sondern sein Sohn R. Schimeon b. G., welchem R. Jose aus Tiberias die Schlußfolgerung von der Mutter auf die Tochter׳ zur Lösung vorgelegt hatte, und — von einem darauf erfolgten Bann ist gar nicht die Rede. So heißt es dort: שאלה זו שאל ר' יוסי איש מבריא לפני רבן שמעון בן גמליאל אמר ליה ומה אם אשתו שאינו אסור בה אסור בבתה אשת איש שאמור בה אינו דין שיהא אמור בבתה אמר לו צא והתר לי כהן גדול שכתוב בו בי אם בחולה מעמיו וגו׳ ואני אפרנס לך אח ישראל אין הדין יכול לעקור אוח אחת מן התורה, Und in der That lag in dieser Krage, wie schon R. I. Raum-