Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1856)
- Article
- Thamus
- Date
- 1856-07-01
- Page
- 519 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Zum Fasttag der Einnahme Jerusalems. 519 alle die Jahrtausende Hera- bis auf unsere Zeit geleitet, und er war's, der alle Fluthen der Zeitenströmnng über ihre Häupter dahingehen und sie ans allen als Inden hervorgehen ließ. Ergeben im Geschicke und fest in der Pflicht, waren sic zugleich -tegfam wie das Rohr und fest wie die Eichen, waren scheu wie das Reh und stark wie Leoparden, leicht wie der Aar und muthig wie die Löwen — um mit Beiden! den Willen ihres Vaters im Himmel zu erfüllen. Wir haben von Betdem Vieles etngebüßt. Wir sind viel empfindlicher gegen äußere Geschtckeswnnden geworden, obgleich unsere Lebensbahnen sich zu den Pfaden der Väter wie Rosen zu Dornen verhalten. Wir sind fast bis zur Apathie resignirt geworden hinsichtlich aller und jeder pflichtvergessenen Gewissenlosigkeit und Geister und Gemüther verstrickenden theoretischen und praktischen Leichtfertigkeit, obgleich diese Erscheinungen unser inneres Heiligthum fast bis zur Vernichtung zu untergraben drohen. Die geistesdumpfe Aeußcrung irgend eines Abgeordneten in irgend einer Kammer, die das Schein-Palladium unserer Berechtigung in staatlicher, äußerer Beziehung zu gefährden beabsichtigt, wird bis in die Schulstube des letzten Dorfes hinab Jung und Alt in Harnisch bringen. Daß aber der Abfall vom jüdischen göttlichen Gesetze immer mehr um sich greift, bereits ganze Geschlechter in völliger Unkunde der jüdischen Pflicht, ja in vollständiger Verkennung der jüdischen Wahrheit heranwachsen, daß in der Cvllision der jüdischen Pflicht mit dem, was man ״die Zeit" zu nennen beliebt, die jüdische gottgcbotenc Pflicht ohne Weiteres wie nichts bedeutender Plunder bei Seite geschoben und dieser innere'Verrath nicht nur geübt, sondern noch von denen mit der Weihe der Berechtigung bekleidet wird, die zu allererst berufen wären, für Gott und sein Recht gegen diesen Leichtsinn und Abfall in die Schranken zu treten, daß Gottes Gesetz nicht nur im Leben der Gegenwart mit Füßen getreten wird, sondern der Geist dieser Gottesvergessenheit sich bereits aller geistigen Pflanzstätten unserer Zukmift, Schulen, Lehranstalten, Bildungsanstalten unserer künftigen Männer und Frauen, unserer künftigen Lehrer und Führer bemeistert, daß Stellungen des öffentlichen jüdischen Vertrauens mtsbraucht werden, um das jüdische, göttliche Gesetz bei Regierungen in Mißkredit zu bringen und dessen Erfüllung im eigenen jüdischen Kreise