Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1856)
- Article
- Thamus
- Date
- 1856-07-01
- Page
- 514 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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514 Thamuö. wieder zu einein frischen, ungetrübten Aufblühen emporzuringen, und daher in ihrem dumpfen, rückkehrlosen Dahingeben die alte Schuld immer aufs neue sich in ihnen vollzog? Sollte da nicht die für alle Zeit zu beherzigende Wahrheit nahe gelegt sein, daß cs für die Rückkehr zu Gott nimmer zu spät sei, jeder Tag uns den Wiederaufbau unseres Heils in Händen lege, die trübsten Zeitgestaltungen kein Welchen an der von uns zu lösenden ewtgglcichen Aufgabe zu ändern vermögen, und es immer nur an uns liege, wenn Zustände, die wir beklagen, sich nicht zum Bessern wenden? Wahrlich, es ist ein altes, tiefes, tröstendes Wort, das den Messias ״Bar Nafli", den ״Sohn des Verfalls" nennt und, wie R. Nachman, ,der dieses Wort gesprochen, dabei auf die Verheißung hinwetst: ״ כיום ההוא אקים את'סוכת חד הנפלתan jenem Tage richte ich die fallende Davids-Hütte auf!" Die Davidshütte wird gerade in dem Momente wieder aufgerichtet werden, in welchem sie erst vollends zusammen zu stürzen scheint, und das wird eine Zeit sein, in welcher, nach R. Jochanans Schilderung, ״die wahren Weisheitsjünger der Lehre zusammenschmclzen, die wenigen vorhandenen sich in Kummer und Seufzern verzehren und auch in den äußern Zeitverhältnissen mannigfaltige Noth und schwere Verhängnisse dergestalt sich einander überstürzend Hereiübrechen, daß während das eine sich vollzieht, schon das andere im Anzüge ist". אמר ליה רב נחמן לרבי יצחק מי שמיע לך אימת אתי. בר נפלי א״ל מאן כר נפלי א״ל משיח בר נפלי קריה ליה א״ל אין הכתיב ביום ההוא אקים את סוכת דור הנופלת א״ל הכי אמר ר' יוחנן דור שבן דור בא בו תלמידי חכמים מתמעטים והשאר עיניהם כלות ביגון ואנחה וצרות רבות ומרוח קשוח מתחדשות ער שהראשונה. פקודה שנייה ממהרת לבא (סנהדרין, צו, ב.) und "היום״ ״Heut e" kommt der Messias, lautet das. eine andere Antwort, ״heute, wenn — ihr meiner Stimme gehorchet! היום אם בקולי תשמעו! Nicht die günstigen oder ungünstigen äußern Constellationen der Zeit haben wir zu fragen, so wir wissen möchten was wir zu thun hätten in irgend einer Zeit. Wie trüb sich auch die äußern oder inner» Verhältnisse gestalten mögen, es zieht keine Zeit, in der wir die Hände in den Schooß zu legen hätten, keine Zeit, von der es uns erlaubt wäre zu sprechen: ״ לא עת בא עת בית ד' להבנותes ist jetzt keine Zeit, daß die Zeit kommen könnte, Gottes Haus zu erbauen" (Chaggat). Um für Gott zu wirken, um unsere Pflicht zu thun,