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Jeschurun · 1856-06-01 · Heft 9 (Juni 1856) · p. 503

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 9 (Juni 1856)
Article
Zur Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland
Date
1856-06-01
Page
503 (sequence 6)
Language
German
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Don Kinnen. 503 davon einige fast fabelhast klingende Beispiele. Könige verpfändeten bei ihnen die Juwelen der Krone und waren zufrieden, wenn sie durch die Unterhandlung ihrer Minister znr rechten Zeit die Insignien ihres Reiches etnlösen konnten; (Siehe Tolland, Historische Reise 5. Band S. 794: Unterhandlungen des schwedischen Gesandten nn Jahre 1691 um die Herausgabe der schwedischen Kröndiamanten zu erlangen, die bei den holländischen Juden verpfändet waren) und hätten sic Ludwig XIV und nicht dessen großen polttischen Gegner unterstützt, so würde er vielleicht weniger in Gefahr gewesen sein, am Ende seines Lebens alle Früchte seiner glänzenden Regierung zu verlieren. Nach diesen Betrachtungen über die politische Wichtigkeit der portugiesischen Juden als Resultat der Gunst Wilhelm HI und über ihre Stellung im Haag kommen wir auf ihren Hauptort, auf Amsterdam zurück. Die Zahl der Portugiesischen Juden in dieser Stadt wurde nach dem Utrechter Frieden auf 2400 Familien geschützt und sie wurden überall für die ausgezeichnetsten und reichsten Juden in den Niederlanden gehalten. Der Engros Handel war immer ihre hauptsächlichste Beschäftigung. Jedoch kamen hierzu noch die Wechsel- und Geldgeschäfte und später die Geschäfte mit Aktien. Hierdurch kam es, daß sie einen großen Theil ihrer Gelder in englischen Papieren anlegten, die ihnen bedeutende Interessen trugen, welcher Umstand jedoch die Handelsgeschäfte bet ihnen mehr in den Hintergrund drängte. Diese Veränderung wurde bei ihnen nach und nach die Ursache einer Spielsucht, die nach günstigen Erfolgen eine Verminderung der Thätigkeit und eine Vermehrung des Luxus herbeisührte. Indessen darf man dieses Unrecht nicht den Juden allein zur Last legen; in diesen Zeiten der Ruhe und des Friedens trat eine allgemeine Schwäche und Erschlaffung ein. Der lange Friede hatte die alte und ausdauernde Kraft der Nation geschwächt, der Luxus und die Verschwendung wuchsen unaufhörltch, und die französischen Ideen, die französische Literatur und Sprache, die französische Frivolität, die im allgemeinen auf das Land einen so großen Einfluß übten, gewannen auch immer mehr Eingang bei den portugiesischen Juden. Indessen auch in dieser Zeit leisteten sie oftmals dem Lande ausgezeichnete Dienste. Während der Belagerung von Berg-op-Zoom

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