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Jeschurun · 1856-06-01 · Heft 9 (Juni 1856) · p. 496

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 9 (Juni 1856)
Article
Federzeichnungen
Date
1856-06-01
Page
496 (sequence 5)
Language
German
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49ß Federzcichnungm. Stätte finden, ist auch kein Raum für Frieden, für Ruhe des Hauses. — Der frohe, heitere, jüdische Sinn ist entfremdet den Gemüther». Sie freuen sich nicht mehr. Das Leben mit seinen Sorgen und Anforderungen, die politischen Ereignisse mit ihren ereignißschwangercn Gestaltungen, die öcsnomischen Verhältnisse einerseits und — das Gesetz anderseits — denn statt daß die Erfüllnng des göttlichen Gesetzes ihnen das Leben mit seinen Sorgen abuehmcn sollte, sie klar machen sollte über die weltgeschichtlichen Ereignisse und sie selbst ruhig hinwegsehen lassen sollte über die bedenklichen ökonomischen Verhältnisse, statt daß das Gesetz ihnen jene ewige, unvergängliche weil unbedingte Freude gewahren sollte — ist ihnen, dasselbe selbst eine Last geworden und sie haben zum zweiten Male jenen alten Gottesausspruch an sich zur Wahrheit gemacht, ״Weil ihr mir nicht dientet in Freude —" Und der ernste jüdische Sinn ist gewichen. Es ist ihnen nicht Ernst mit dem, zu dem sie sich durch Werk und That bekennen wollen. Sie wagen es nicht mit dem alten Gottesworte zu brechen, und wagen es nicht ihre Kinder diesem Gottesworte zu erziehen. Es geht ihnen wie jenen Völkern, die das Reich Israel nach dessen Falle bevölkern sollten. Und dabei und dadurch geht das Judenthum zu Grabe. Wundert Euch doch nicht und seufzet nicht so sehr, daß Eure Kinder dann dem heiligen Väterglauben ganz den Rücken kehren, daß sie die Lehre, mit der es Euch ja auch nicht recht Ernst ist, und in deren Erfüllung ihr ja doch nicht Freude und Beseligung gewinnt, gar nicht beachten und daß sie keinen Anstand nehmen Um irgend eines vermeintlichen Vortheils willen, sich gänzlich von der Gemeinschaft mit ihr lvszusageu. Wundert Euch doch nicht und seufzet nicht so sehr über die ״ausgeartetc" Jugend heut zu Tage. Ihr habet den Sinn für das Heilige und Beseligende des Judenthums verloren, sie haben den Sinn für's Judenthui» überhaupt eingebüßt, Euch ist cs nicht ernst mit der Erfüllung der göttlichen Lehre, ihnen ist die Lehre überhaupt Nichts. Jbr habt Ihnen Nichts vorzuwersen; sie gehen ganz in Euren Fußtapfen. Euch mahnt nur noch das Bild Eurer Väter, aber das Bild ihrer Pater und Mütter kann sie doch wirklich ,licht zurückhalten. Ob jener Fremde noch nach zehn Jahren Eure Gemeinde für

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