Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1856)
- Article
- Jüdische dramatische Dichter in Spanien
- Date
- 1856-06-01
- Page
- 492 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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492 Federzeichnungen. Edler König, großmüthiger Hort, Neige meiner Rede dein Ohr, Santob richtet an die Hoheit daS Wort, Der Jude,von Earrion's Thor. Der Dichter ermahnt de» jungen König, welcher vermöge seiner geistigen Anlagen zu den schönsten Hoffnungen berechtigte, Castilien glücklich zu machen, nicht den Schmeichlern und Verführern zu folgen, er erinnert ihn an die Regierung seines Vaters Alphons XI und beschwört ihn in seine Fußtapfen zu treten, der Eitelkeit des Reühthums und der Nichtigkeit der zeitlichen Genüsse eingedenk zu sein. Ganz eigenthümlich zeigen sich in diesem Gedichte, welches seinem Inhalte nach uns fast zu der Vermuthung führt, daß R. Santob,׳ um es . mit einem Worte zu sagen, Hofpvet Peter's gewesen sei, die religiöse ׳DenkungSart des Dichters sowie Nachklänge seiner Studien des Gesetzes, der Bibel und der rabbtnischen Schriften. Nach den wenigen Andeutungen, welche wir in seinen Gedichten finden, hat R. Santob de Carrion ein hohes Alter erreicht — sein Leben hat sich mit der Zeit, in welcher dieser große Geist blühte, in Dunkel gehüllt. Mochten diese wenigen Zeilen dazu beigetragen haben, diesem fast 500 Jahre unbeachtet gebliebenen Mann einen ihm gebührenden Platz einznräumen! Federzeichnungen. Februar 1856.* Ich hatte nach Beendigung der Synagoge noch meinen gewöhnten Spaziergang unternommen. Ohne bestimmtes Ziel schienderte ich, mich meinen Gedanken überlaffend, durch die Straßen. *) Der geehrte Correspondent wolle die durch Mangel a» Raum verspätete Aufnähme dieses Artikels gütigst entschuldigen und bitten wir um gefällige Fortsetzung. D. Red.