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Jeschurun · 1856-06-01 · Heft 9 (Juni 1856) · p. 477

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 9 (Juni 1856)
Article
Siwan
Date
1856-06-01
Page
477 (sequence 11)
Language
German
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Zum Feste unserer Gesetzgebung. 473 hi das jenseitige Licht und Heil traurig schaurig htnüberzuhelfen, sondern um durch ein ״Gesetz" das diesseitige Leben zu regeln und schon die diesseitige Nacht in ewiges Licht und heiteres Heil umzuwandcln. Er sprach nicht zu uns: Haltet an mein Wort, dann werdet ihr jenseits zu mir kommen; sondern er sprach: Haltet an mein Wort, dann werde ich schon diesseits zu euch kommen, werde unter euch wohnen und werde euch segnen, werde durch die Blüthe eures ganzen irdischen Daseins meine Gegenwart bekunden und der Erde die Paradiesesseligkeit gewähren, für die ich sie geschaffen. Eben darum aber ist auch sein Wort, das zur Erlösung des irdischen Daseins vom Uebel gesendet worden, das dem Menschen schon auf Erden die Seligkeit bringen sollte, vorzugsweise: Gesetz. Geister und Gemüther mag der Glauben umwandeln, die Um- Wandlung der Erde vollbringt nur die That. Vor dem Glauben im Herzen mit der Lüge im Leben verschwindet nimmer die Nacht von der Erde. Die Dornen und Disteln, die die Sünde gepflanzt, vermag nur das Pflicht-Leben zu bewältigen. Aber nicht vor der Menschcnthat, vor dem Namen ״Gott", den die Menschenthat trägt, in dessen Ordnung sie erblüht, dessen Wille sie vollbringt, in dessen Dienste sie auszteht, weichet der Fluch. Das Wort das die Menschheit erlöst, heißt: Gesetz. Und nun sehet dieses Gesetz! Eben weil es gesendet ist das ganze irdische Dasein in Segen und Heil zu umwandeln, begnügt es sich nicht im allgemeinen zu dem Menschen zu sprechen: sei heilig und sittlich, und zu der Gesellschaft: übet das Recht und die Liebe! Es sagt dem Menschen, was in Gottes, den Menschen in der Tiefe seines Wesens und in dem Zusammenhänge mit allen Wesen im Raume und mit aller Zukunft in der Zeit erfassenden Auge das Heilige und Sittliche sei, und sagt der Gesellschaft, wie die Tieseder göttlichen Weisheit das Recht abwäge und die Liebe begreife und bestimme. Aber vor Allem begnügt es darum sich nicht, an die bereits gewordenen Menschen hinan und in die bereits geschaffne Gesellschaft hinein zu treten und ihnen die Gottes-Anforderungen der Sittlichkcit, des Rechts und der Liebe zu bringen. Au der Wurzel alles irdischen Daseins beginnt es sein Werk, das ganze Keimen und Pflegen, die ganze Pflanzung und Ernährung des Menschenwesens und seiner Kräfte zieht es in sein Bereich und setzt als Grundbe-

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