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Jeschurun · 1856-05-01 · Heft 8 (Mai 1856) · p. 424

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 8 (Mai 1856)
Article
Geschichte der Juden
Date
1856-05-01
Page
424 (sequence 1)
Language
German
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Geschichte der Juden, vom Untergang des jüdischen Staats bis zum Abschluß des Thalmuds, von vr.H.Grätz. Berlin, Veit und Comp. 1853. Siebenter Artikel. Rabban Gamaliel und seine Zeit. Dem R. Jochanan b. Sakkai folgte in der Naßt-Würde Rabban Gamaliel, ein Urenkel Hillels. Dessen Zeit und Wirksamkeit schildert uns die Geschichte d. I. S. 30 ff. in folgenden Sätzen: ״Die Streitigkeiten zwischen der Hillel'schen und Schamaitischen Schule, welche noch vor der Tempelzerstörung blutige Austritte hervorgerufen hatten und nur durch den Revolutionskrieg zum Schweigen gebracht wurden, brachen neuerdings aus und hatten einen um so bedenkkicheren Charakter, als der Vereinigungspunkt, der früher durch den Tempel bestand, jetzt nicht mehr vorhanden war. Der Gegensatz der Schulen, der sich auf manche streitige Hcllachas und ganz besonders auf die Deutungsregeln erstreckte, erzeugte eine weitgreisende Verschiedenheit in der Lehre und dem Leben — — Wichtige Lebensverhältnisse und tiefeinschneidende Fragen, wie in Ehesachen, mit weitgreifenden Folgen waren in diesen Streit verwickelt. Bon der Versöhnung, die früher zwischen den altern Gliedern dieser zwei Schulen durch gegenseitige Nachgiebigkeit zu Stande gekommen war, vielleicht durch den letzten Krieg zur Nothwendigkeit geworden, mochten die jüngern Mitglieder nichts wissen, sondern warfen die Fragen in ihrer Schärfe noch einmal auf. Diese Streitigkeiteu zu schlichten, die der Auflösung nahe Einheit zu behaupten und gegen fernere Angriffe zu schützen, war die Lebensaufgabe Rabban Gamaliels, wodurch er mit seinen Genossen und Freunden in Zerwürfniß und offene Fehde gerieth. Sein Patriarchat war eines der bewegtesten nach Innen und Außen und diese Zeitumstände verursachten, daß er seine Würde so unerbittlich streng handhabte, daß man dadurch seinen Charakter verkannt und ihm ehrgeizige, herrschsüchtige Pläne untergeschoben hat. R. G. richtete sein Hauptstreben dahin, das Patriarchat zum Mittelpunkte des jüdischen Gemeinwesens hinzustellen, um die bedrohte Einheit der Lehre durch die Autorität desselben gegen alle Anfechtungen zu behaupten. In den Streitigkeiten zwischen den Anhängern der schamaitischen und hillelschen Schule sollte das Patriarchat gleichsam über den Parteien stehen, um die Einheit der Lehre zu erzielen. Der Plan scheint R. G. vorgeschwebt zu

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