Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 7 (April 1856)
- Article
- Dichtungen nach Talmud und Midrasch
- Date
- 1856-04-01
- Page
- 400 (sequence 2)
- Language
- German
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400 Dichtungen. Daß Moses trat in den Hintergrund? Uebt' er doch immer das Strafgericht, Warum das erste das blutige nicht? — Der Herr, der sieht in das Herz hinein, Der sprach: ״Nicht darfst der Bote du seinl ״Dich warf man einst in den tiefen Nil, ״Du warst den Wogen ein leichtes Spiel, ״Verlassen, hülflos, ganz unbewacht, ״Bloß, preisgegeben der Wellen Macht — ״Da nahm das Wasser so sanft dich auf, ״Dich freundlich wiegend im stillen Lauf, ״Und war so liebreich und treu gesinnt ״Dem frommen, zarten , unglücklichen Kind —: ״Und nun, o Moses! wie solltest du ״Dem Nil jetzt fügen das Böse zu? ״Ja, war's nicht herzlos und ungerecht, ״Der Undank bitter, der Lohn so schlecht? —" So sei Euch Moses des Dankes Bild: Weh' dem, der Gutes mit Bösem vergilt I .(שטיח ר פ' ט') Der krank e R a b b 4. Als Rabbi Elieser schwer erkrankt gewesen, Und große Schmerzen litt — um nimmer zu genesen — Da kamen seine Schüler, ihm die Zeit zu kürzen, Und mit des Glaubens Trost die herbe Qual zu würzen; Der Fromme aber rief: ״Ihr Guten laßt mich klagen, ״Denn Gottes Zorn ist mächtig — schier muß ich verzagen I —" Und wie das bange Wort die treuen Jünger hören, Die Augen überfließen bald von heißen Zähren; Der Eine nur -^־ Akiba heiter um sich blicket, Vergießet keine Throne, lächelt froh entzücket! ׳ ״Wie kommt es, daß du lachst? —" erstaunt die Freunde fragen — ״Und wie denn, daß ihr weint?"— hört man Akiba sagen — ״Wie sollten wir nicht weinen?" rufen schnell die Frommen, ״Wie sollten Thränen nicht uns. in die Augen kommen,