Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 7 (April 1856)
- Article
- Aus Holland
- Date
- 1856-04-01
- Page
- 398 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Cvrrespondcnz. 308 sität und besonders des Zndifferenttsmus herübergeweht sind, und obgleich ste auch holländische Herzen schon mit ihrem Hauche berührt, so kenne ich doch noch sehr viele Beispiele, wo die höchsten Beamten an ihrem Bureau im Gouvernementsgebäude am שבת eine Tafel mit den Worten hängen haben: ^,des Sabbaths wegen geschloffen;" wo sie nicht nur am Freitag eine Stunde vor Anbeginn des Sabbaths, sondern in vereinzelten Fällen, sogar an den Wochentagen ihre Arbeit im Stich lassen, um zur Synagoge u. s. w. zu gehn; und wahrhaftig die Ausübung ihrer Religion hindert sie nicht im Geringsten an der gewiffenhaftesten Erfüllung ihrer staatöbürgcrlichen Pflichten — der Christ richtet seine Zeit nach den nun einmal nicht zu ändernden Verhältnissen der Israeliten ein, und Beide kommen gerade so gut damit zu Stande wie im aufgeklärten Deutschland, wo unsere vom Staate angcstellten Glaubensbrüder, auch in Fällen wo sie es nicht nöthig haben, religiöse Gesetze übertreten, um, wie sie vorgeben, keinen חילול השם zu machen. Zuletzt will ich noch ein Kuriosum erzählen, das dem oben Gesagten zur Bestätigung dienen kann: Einem jungen Ingenieur (mos.Rel.) der nach einer Stadt der Provinz Süd-Holland versetzt wurde versprach der Schneider, ein Christ, seine Amtstracht so zu machen, wie die Israeliten sie gewöhnlich tragen, nämlich, wie der Ingenieur nachher aus ihm herausstudtrte — ohne שעטנו! Also auch die Amtsschneider wissen, daß die jüdischen Beamten Hier noch nmv בלא טעם halten. — Nächstens mehr über die Holländisch-jüdischen Angelegenheiten. , B. Er.