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Jeschurun · 1856-03-01 · Heft 6 (März 1856) · p. 344

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 6 (März 1856)
Article
Erster Bericht des Unterstützungscomité's zu Amsterdam über die bis jetzt für die von Hunger bedrängten nothleidenden Glaubensbrüder in Palästina bei demselben eingegeangenen Spenden und deren Verwen
Date
1856-03-01
Page
344 (sequence 4)
Language
German
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296 kleiner, von. Kinderhand gebildeter Schneeball schüchtern begonnenen Reformen, sind eine.ungeheure und tödtende Lawine geworden, haben dagottesdienstliche Sacrilegium des Reformvereins in Berlin und die Weihnachtsbäume in den jüdischen Salons zu Wien ׳ erzeugt. Die Juden, welche den Sabbath durch ״Ruhe" feiern, haben keine Eile das Gotteshaus zu verlassen, und Diejenigen, die die ersten Feiertage halten, fordern nicht die Abschaffung der Zweiten. Möge man doch endlich aufhören den öffentlichen Gottesdienst auf die Folter zu nehmen, der doch nur einen geringen Bestandtheil des Judenthums ausmacht, und möge man an der Wiederherstellung des inneren Kultus arbeiten, an der Wiedererzeugung des jüdischreligiösen Lebens, im Schooße der Familien, im Herzen und dem ganzen Dasein eines jeden Sohnes Israels, ohne welche der splendideste' äußere Kultus nur eine eitele und nutzlose Darstellung ist und die prächtigste Synagoge zur Schaubühne wird, wo man Religion ״spielt".^ ' Das wäre in der That eine große und erhabene Aufgabe für eine französische Rabbinerversammlung. Unsere frommen Hirten werden in Paris keinen Kriegsrath gegen alte und heilige jüdische Sitten und Bräuche halten wollen. In Nachahmung der Worte, die einst der Prophet an die Israeliten richtete, die einen König verlangten, kann die Synagoge zu unfern Glaubensbrüdern sagen: ״Ihr wollt eine Reform בבל ת^וים; seht, was sie euch bringen wird: Sie wird eure Söhne nehmen, wird sie den frommen Traditionen und. den heiligen Sitten der jüdischen Familie entführen um sie an den Triumphwagen der Verderbniß zu fesseln, um sie zu Sclaven der Ausschweifung und der Laster zu machen. Sie wird eure Töchter nehmen und sie den Reizen der, Sinnlichkeit preisgeben. Und Israels tugendhafte Frauen, Segen, Licht und Seele des patriarchalischen Heiligthums am Herde Juda's werden, zu leblosen Götzen auf den Anhöhen der Entweihung herabsinken . . . . Sie wird in dem Abgrund socialer Entartung die Güter.verschwurden lassen, die ihr Ln Übertretung des Gesetzes erlangt habet, jenes Erbes, das die Väter euch als ein Mittel der Erhaltung, des Heilsund der Heiligung vermacht. Sie wird eure moralische Freiheit brechen, euer göttlich Wappen als erstgeborenen Söhne der Menschheit, und wird euch mitten in der Entfesselung der Welt unter: das despotische Joch des Materialismus uud mrter alle Tyranneien der Sünde knechten. Dann werdet ihr schreien, und der Herr wird euch nicht hören . . . ולא יענה אתכם ד' ביום ההוא. (PUniv. Isr.) Für die Noihbedrängten tu Palästina bei der Redaktion des Ieschurun eingegangen von Herrn H. A. Königsberger in Nassau DieH .... fl. 18. —____ Druck von Rrinhold Baist. — Redakteur r Rabbiner Hirsch in Frankfurt am Main.

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