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Jeschurun · 1856-03-01 · Heft 6 (März 1856) · p. 314

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 6 (März 1856)
Article
Adar und Weadar
Date
1856-03-01
Page
314 (sequence 14)
Language
German
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314 Adar und Weadar. Aber noch seliger sind die Menschen , die aus Fehl und Sünde zu Licht und Reinheit neu erstehen, die gekämpft haben um das Licht, die gerungen haben nach Reinheit, die besiegt haben die Macht der Finsternisi und der Sünde, die ihren Vater im Himmel verloren hatten, aber eben in der Ferne und in dem Kampfe sich ihrer ewigen Ktndschaft zu ihm und zu seiner ewigen, unverlierbaren Liebe und Gnade bewusit geworden sind, und nun wieder gewonnen haben, waS sie verloren hatten, und sich nun wieder getragen fühlen vom Gotte ihres Lebens. Und dieses Bewusitsein des ewig kommenden Lichts und diese Seligkeit der ewig neu zu findenden Gottesgnade, sie sind das Erbtheil des jüdischen Volkes worden. החדש הזה לכם, diese Erneuung, diese Verjüngung ist euer, sprach Gott, und ließ sein Kind hinausziehen in die mondgleich wechselvollen Phasen seines künftigen Geschicks. Und wie ist Israel diese Gnade der Verjüngung und der Nenbelebung verbrieft und besiegelt! In den Banden des Todes und der Sünde lag Israel in Mizrajim am Boden, und sei» Gott küßte es und sprach: stehe auf und lebe! und dieser selbe Gott ist ihm noch zu jeder Zeit und Stunde mit der Allmacht seiner belebenden Gnade nah. Sein Retter, sein Sühner ist von ihm immer zu finden. Im Schlachtgewühl, in Kerkernächten, in der Kammer der Sorgen, auf der Rennbahn des Lebens, es kennt keine Mittler, es braucht keinen Priester, ohne Altar und Opfer, wo es Gott zu finden weiß, da findet es Rettung und Sühne. Nicht vor einem Gnadenbild kniet der Jude, ,licht ein Mcnschenideal winkt ihm Leben, nicht in eine gleich ihm sündige Brust schüttet er sein Bekenntniß, nicht von einer gleich ihm sündigen Hand erwartet er Ablaß und Sühne, er hat nicht den Priester zu suchen, wenn er Sühne und Reinheit, wenn er neues Leben und Gnade sucht —der Gott, der zum Monde spricht: leuchte und wandle, der Gott, der den Frühling weckt auf der erstorbenen Flur, spricht auch zu ihm: leuchte und wandle, weckt auch in seiner erstorbenen Brust den verjüngenden Lenz des neuen Lebens, החדש'הזה לכם, neues Licht und neues Leben bleibt für euch immer zu finden, ,דרשוני זהי, suchet mich und lebet, — mich — findet ihr stets! —

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