Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 6 (März 1856)
- Article
- Adar und Weadar
- Date
- 1856-03-01
- Page
- 311 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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2. Die vier Lichtgedanken der ringenden Größen. "ZU du die Macht der materiellen Kräfte in dir nicht überschätzest und neben ihnen und über ste die freie, priesterliche Gewalt des Gottlichen in dir schauest. Siche den Priester! Zum Eingang in das Gottes - Hetligthum ist sein Blick gewandt, — das nirgends sonst gebändigte materielle Thier wird ihm zugeführt, — und seine Priesterhand überwindet's, seine Priesterhand bezwingt's — und weist dem Lebenstropfen, der eben noch nur fnr's Materielle Pulst, den Weg der Wethe in das Gottesheiltgthum. Das ist dein Vorbild. Das ist der Gedanke deiner Ta har ah. Laß ihn in dir lebendig werden! Mögen Andere an die unbezwingbare Macht ihrer matertell sinnlichen Natur glauben, möge Andern das ganze Bewußtsein deS auch in ihnen zur freien priesterliche» Wallung neben ihrer sinnlichen Natur und mit derselben und über sie berufenen göttlichen Wesens zu Grabe gehen, mögen Andere nicht das Thier und den Priester in sich erblicken, sondern nur das Thier, und jeden Priesterlichen Gedanken vom freien göttlichen Menschen verlachen, — jeder Jude sei ein lebendiger Protest gegen eine solche Lüge von der in sich geschlossenen, lebenstrotzenden, unwiderstehlichen sinnlichen Natur des Menschen, jeder Jude ein lebendiges Dokument des göttlich freien, priesterliche« Menschengeistes, jeder Jude ein Protest gegen die Lüge von der am Stoff haftenden Kraft des göttlichen Geistes, jeder Jude ein Priester und Herold des von dem göttlichen Menschengeist frei beherrschten und geleiteten und geweihten, sinnlichen Lebens. Nicht am Tode lehrt das Judcnthum das Leben, nicht an der Leiche lehrt es den Menschen sich begreifen. Kehrbild des Lebens ist ihm der Tod. Gegensatz des Menschen ist ihm die Leiche. Die Leiche verwest, der Mensch lebt ewig. Die Leiche ist gebunden, der Mensch ist frei. Die Leiche ist טמא, der Mensch ist rein! Die Kräfte, die noch in der Leiche wirken, mögen an den verwesenden Stoffen haften. Aber der Gedanke, der nicht mehr in der Leiche webt, die Empfindung, die nicht mehr in der Leiche lebt, der Wille, der nicht mehr in der Leiche strebt, alle die Kräfte, die nur im Leben wirken, haften an dem ewigen Gottesgeist, den das Messer des Anatomen nicht trifft, den die Lupe deS Physiologen nicht schaut, der längst entflohen, wenn der bethörte Weise nach Leben in der Leiche tastet. Das Letchenhirn, das Letchenauge, das Leichenherz, die Lcichenhand, der Letchenfuß, sie mögen den im Reiche der Stoffe