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Jeschurun · 1856-02-01 · Heft 5 (Februar 1856) · p. 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 5 (Februar 1856)
Article
Schewat
Date
1856-02-01
Page
254 (sequence 2)
Language
German
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254 Schewat. Sind ja Gedanken und Empfindungen die Geburtsstätten der einstigen That. Gilt doch wenn je, so besonders von dem innern Menschen כי האדם עץ השדה, daß der Mensch Baum gleich sich entwickele. Der gedankenlose Mensch mag den Tag als Geburtstag der Frucht bezeichnen, an welchem die Blüthenblätter fallen und die ganze Frucht durchbrechend aus ihrer Hülle tritt. Der denkende Mensch אזיל בחר ׳חנטה, fragt nach der Zeit des Keimens, forscht nach dem Tage, an welchem, still und unbeachtet, der erste Trieb im Baume sich geregt. Das Gesetz der Menschen, die Lehre, die Erziehung der Menschen erfaßt nur das gesprochene Wort, die geübte That, lohnt und straft, lobt und tadelt Gutthat und Sünde, Tugend und Verbrechen. Das göttliche Gesetz, die göttliche Lehre und Erziehung geht auf die Geburtsstätte der Thaten und Worte, auf dies unsichtbare Keimen der Tugend und der Sünde zurück, und lehrt uns den stillen, innern, nur Gott sichtbaren Kreis unseres denkenden und emfindenden Lebens, den Boden unseres שיה״", unseres vor Gott aufblühenden innern Lebens so rein zu halten und zu nähren, daß um so leichter und fröhlicher daraus die gottgefällige That, das gottgefällige Wort sich erzeuge. Welche Sorgfalt wendet das göttliche Gesetz und die daraus hervorgegangene Gestaltung des ganzen jüdischen Lebens dem Kreise der Gedanken und Empfindungen §u S Wie zieht dieses Gesetz, rein erfüllt, mit sich hingebender Gewiffenhgftigkeit verwirklicht, einen geistigen Kordon um den ganzen denkenden und empfindenden Menschen und entfernt Alles aus seinem Kreise, was nur Gedanken des Unreinen und Unlautern, der Schwäche, der Unfreiheit, des Entartens, Melkens und Sterbens zu erzeugen vermöchte, wie entfernt es Alles, was das denkende und empfindende Leben zu trüben, zu verstimmen und herab zu stimmen geeignet wäre, und wie ergreift es eine jede Gelegenheit, Gedanken der Reinheit und der Kraft, der Freiheit und des Lebens, des Frohsinns und Freude, des Sieges und der Seligkeit nahezulegen, — wie gewöhnt es den Menschen sich als den Reinen, Lebendigen, Unsterblichen, mit dem Einen, Reinen, Lebendigen, Ewigen auf ewig und innig verwandt und verbunden sich zu denken! "״ ,"והיה מחנך קרושdein Kreis sei heilig" ist die eine Sette dieses Gesetzes, dein göttlich menschlicher Kreis habe mit dem Nie-

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