Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1856)
- Article
- Ein Wort an Herrn Kirchheim
- Date
- 1856-01-01
- Page
- 222 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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- IRI
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222 Ein Wort an Herrn Kirchheim. und zu nennen. Wüßten wir keine andere Lösung dieser Sonderbarkeit, Herr Raphael Kirchheim hätte uns fast, wider seinen Willen, stolz machen können. Wir hätten glauben müssen, unsere Artikel über das Grätz'sche Geschichtswerk seien ein solch unerhörtes Weltereigniß, daß jeder literarische Schulknabe es wisse: im Jeschnrun steht eine Kritik des Grätz'schen Geschichtswcrks! Im Jeschnrun hat es Jemand gewagt, dem Geschichtswerk des vr. Grätz den kritischen Handschuh hinznwerfen! Zum Glück für unsere Bescheidenheit reicht ein Blick in Herrn Kirchheims Pamphlet hin, um uns eine andere Losung für das Räthselhafte dieses sonderbaren Anonym- Haltens des Angegriffenen zu geben. Herr Kirchheim hat nämlich unsere Artikel so völlig entstellt, hat uns Dinge sagen lassen, von denen in unfern Artikeln auch nicht die leiseste Spur vor- Händen ist, hat da, wo er auf die wirklichen Materien eingeht, den eigentlichen Fragepunkt so sehr ignorirt, und so Unhaltbares und nur ihn selbst und seinen Schützling Schlagendes vorgebracht, hat unseren Artikeln Motive untergeschoben, wozu dieselben nicht die leiseste Veranlassung gaben, hat uns, um uns zum Autodafe seiner kritischen Scheiterhaufen zu führen, in achter Dominikaner - Wuth zuvor mit allen Abzeichen des Abscheu's und des Hohns so fratzen- Haft ausstaffirt, daß er es mit Recht scheuen mußte, seinen Lesern den Weg zur wirklichen Bekanntschaft mit den von ihm angegriffenen Artikeln zu bahnen. Wir hätten uns daher damit begnügt, unsere Leser einfach auf die in No. 50 und 51 d. Z. d. I. stehende Verurthcilung unseres ersten und zweiten Artikels von Raphael Kirchheim aufmerksam zu machen, sie zum Lesen derselben dringend ciuznladen, und der Einsicht eines jeden verständigen Lesers ruhig die Würdigung dieser kritischen Calumnien zu überlassen, wenn wir nicht hiervon Gelegenheit nehmen möchten, uns über unsere Stellung solchen und ähnlichen Gegnern gegenüber ein für allemal mit einigen Worte» auözusprcchen. Wir heben aus dem Wüste skurriler Poliffonaden zuvor die wenigen Sätze hervor, in welchen Herr Kirchheim wirklich die von uns in jenen Artikeln besprochene Materie berührt, um zu zeigen, daß er, den eigentlichen Fragepunkt gänzlich ignorirend, nur Unhaltbares und in merkwürdiger Confusion Dinge vorbringt, die nur ihn selbst und seinen Schützling schlagen.