Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1856)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1856-01-01
- Page
- 214 (sequence 17)
- Language
- German
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214 Schaab, Geschichte der Juden zu Mainz. III. wollen gleichwohl diese Geschichte auch noch in ihren einzelnenMarthien, in ihren Schilderungen der einzelnen Persönlichkeiten und Momenten weiter verfolgen. Wir halten die Unwahrheit und Un- Wissenschaftlichkeit nicht nur da, wo sie die Bedeutung der allgemeinsten Prinzipien gefährden, sondern überall verderblich, wo sie das Charakterbild bedeutender Persönlichkeiten und Momente unserer thalmudischen Vergangenheit entstellen und an die Stelle historischer Wahrheit Gebilde zu schieben wagen, die nicht nüchterne urkundliche Forschung, sondern die phantastische Eingebung subjektiver Combinationen erzeugt. Zur Bücherschau. Von Or. Lehmann. Diplomatische Geschichte der Juden zu Mainz u. s. w. Von K. A Schaab. u. s. w. Mainz 1855. 111. Wir übergehen die schaudererregenden Einzelheiten jener blutigen Verfolgung und begnügen uns, hinzuzufügen, daß der Erzbischof Ruthart, der Begünstigung jener Greuel beschuldigt, vor dem Strafgeeichte Kaiser Heinrich IV. nach Thüringen entfliehen mußte, wo er auch bis zum Tode des unglücklichen Kaisers in der Verbannung lebte. . Als fünfzig Jahre später ein fanatischer Mönch, Namens Radolph oder Rudolph, die Ausrottung der Juden predigte, herrschte in Mainz ein besserer Fürst, Heinrich I., der die Verfolgten in sein eigenes Haus aufnahm und so sie zu schützen suchte; aber er vermochte nicht, sie vor der Wuth des eindringenden Pöbels zu retten, der die Unglückliche» vor seinen Augen ermordete. Erst daö Ansehen