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Jeschurun · 1856-01-01 · Heft 4 (Januar 1856) · p. 199

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 4 (Januar 1856)
Article
Geschichte der Juden [Rezension]
Date
1856-01-01
Page
199 (sequence 2)
Language
German
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2. Der Widerspruch Schamri's und seiner Schule. 189 regeln haben wir in der ersten Nummer dieses Artikels beleuchtet. Wir haben die vollständige Nichtigkeit dieser Behauptung erkannt. Wir haben gefunden, daß nur eine unerhörte, willkührliche Brrstümmelnng der Quellen dem Vers, eine morsche Stütze gewähren konnte, daß aber die Beweisstelle des Vers, selbst, redlich befragt, nicht nur Nichts zu Gunsten seiner Behauptung aussage, sondern sogar den 'schlagendsten Gegenbeweis dahin offenbar liefere', daß die angeblich zuerst von Hillcl ausgestellten Regeln längst vor ihm vollständig gekannt und anerkannt waren. Wir haben gefunden, daß ebenso die vom Verf. behauptete allmäligc Entwickelung dieser Ablcitungsregeln von den 7 Hillclischen zu den 13 Regeln des N. Jsmael sich auf ein totales Nichts reducire, und die ganze vom Verf. dahin gegebene Auseinandersetzung eine vollendete Täuschung in sich fasse. Wir kommen nun zur Prüfung des zweiten Gliedes, wir haben die Wahrheit des Satzes zu untersuchen: ״Die Jntcrpretationsregeln fanden bei Schamai und' seiner Schule Widerspruch", eines Satzes, der, wie wir bereits bemerkt, den Nerv der ganzen vom Verf. erdichteten Entwickclnngsgcschichte der jüdischen Lehre bildct, in welcher er eben nichts, als einen mit Hillcl beginnenden und in N. Akiba gipfelnden Kamps zwischen der starren, von Schamai und seinen Schülern repräsentirten Anhänglichkeit an das tobte und starre Wort der Schrift und der Tradition, und der von den Hillel'schcn Schülern durch die Jnterpretationsregcln angestrcbten Er- Weiterung des gesetzlichen Stoffes erblickt, der zuletzt in dem vollständigen Sieg der Hillcl'schcn, gesctzdentcndcn, aus Shlben- und Buchstabcn-Tütelchen Berge von Gcsetzbcftimmungen gebärenden Schule geendet haben soll. Von einem solchen Gedanken, wie der behauptete Widerspruch Schamai'ö und seiner Schule gegen die Ablcitungsregeln und Schriftdeutnngen (דרש), welcher die Seele eines ganzen Gcschichtswerkes bildet, in welchem der Verf. das unterscheidende Kriterium (S. 159) der beiden Schulen erblicht, und auf welchen er sich immer wieder und wieder als auf ein ausgemachtes Axiom mit der kühlen Ruhe vollendeter Gewißheit beruft — von einem solchen Gedanken dürsten wir doch fordern, daß ihm die faktische Wahrheit wissenschaftlich

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