Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1856)
- Article
- Teweth
- Date
- 1856-01-01
- Page
- 193 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Au« Jerusalem« letzten Taxen. 193 Feuer und die Frauen bereiten Teig, um — der Himmelskönigin Sitze zu bereiten und Göttern den Rausch ihres Entzückens zu weihen und mir — Kummer zu bereiten. Bin ich's, spricht Gott, dem sie Kummer bereiten? Ach, sie sind's, zur Schande ihres Angesichts. Legt eure Ganzopfer zu euren Friedcnopfern und esset's als Fleisch! ich habe mein Wort nicht an Eure Väter gerichtet, sie nicht in Pflicht genommen, als ich sie aus Mizrajim führte, um der Ganzopfcr und der Friedenopser willen. Sondern dazu habe ich sie verpflichtet: Horchet auf meine Stimme, daß ich euch Gott sei und ihr mir Volk seiet und wandelt in dem ganzen euch von mir gebotenen Wege, damit es euch gut gehe. Sie aber hörten nicht und neigten nicht ihr Ohr, sondern gingen nach selbstgeschaffeuen Plänen in dem Dünkel ihres bösen Herzens und gehörten dem Rückschritt an und nicht dem Fortschritt — darum reiß dir deinen Kranz ab und wirf ihn weg und laß über die Hügel deine Klage hin tönen; denn verworfen hat Gott, verlassen das Geschlecht seines Zornes, denn Inda's Söhne haben das nach meinem Urtheil Böse gethan, spricht Gott, haben das, was sie verabscheuen sollten, in das Haus getragen, das meinem Namen geweiht ist, um es zu entweihen — so lasse ich schwinden von Juda's Städten und Jerusalems Gassen die Stimme der Wonne und Freude, die Stimme des Bräutigams und der Braut; denn der Zerstörung fällt das Land anheim, Warum ist dieses Volk, warum Jerusalem so hartnäckig, so unwiederbringlich zurückgesunken? Warum halten sie an der Täuschung so fest und wollen nicht zurück? Der Storch in den Lüften kennt seine Zeit, Turteltaube, Schwalbe und Kranich versäumen nicht die Zeit ihrer Wiederkehr — mein Volk kennt nicht mehr die Vorschrift seines Gottes. Wie mögt ihr sagen: wir sind weise, Gottes Lehre ist bet uns! Wahrhaftig, dann hätte Er für Lüge gewirkt, dann hätten Lügengriffel die Schreiber geführt! Schämet euch ihr Weisen! Sie sind bestürzt, sie sind gefangen, ach, sic haben Gottes Wort verschmähet, was ist die Weisheit, die ihnen geblieben? Höre Gottes Wort, König Juda's! der du auf Davids Throne sitzest, hör' es, du und deine Diener und dein Volk, die in diese Thore etngehen. Hebet Recht und Milde, rettet den Beraubten vor der Hand der Berückung, kränket Fremde, Waisen, Wittwcn nicht und beraubet sie ihres Rechtes nicht und vergießet nicht unschuldig Blut