Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1856)
- Article
- Teweth
- Date
- 1856-01-01
- Page
- 191 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus JcmWms Ictztcn Tagen. Ul wenn sie erst: ״So wahr Gott lebt!" sprechen, dann schwören sie erst recht zur Lüge. Gott! Du willst sa nichts Anderes, als Treue!׳Du hast sie geschlagen, sic haben nichts gefühlt! Du hast sie vernichtet, sie haben keine Lehre angenommen, härter als Fels ist ihr Angesicht, sie wollen nicht zurück. — — Ich dachte, cs sind daS die Geringen, konnten leicht bethört werden, weil sie den Weg des Einzigen, das Recht ihres Gottes nicht kennen, will zu den Großen gehen, mit Denen sprechen, die kennen ja den Weg des Einzigen, das Recht ihres Gottes. Aber die gerade habe» cinmüthig das Zoch gebrochen, alle Bande zerrissen — — Wie könnte ich darum dir verzeihen! Deine Söhne haben mich verlassen, haben Ungöttcrn zugcschworcn und währcnd ich in Eid sie nahm, trieben sie Ehebruch und finden sich in Buhlerhäuscrn zusammen.-Auf! in ihre Reihen und verderbet sie; nur zur Vernichtung lasst's nicht kommen! Ihre üppigen Rankcn schaffet weg, denn die sind nicht Gottes. Denn Israels Hans und das Haus Juda haben treulos mich verlassen, spricht Gott, habcn Gott verlängnet, haben sein Dasein verneint: ״Uns kommt kein Unglück, Schwcrdt und Hunger erleben wir nicht. Die Propheten werden zu Wind, die Verheißung liegt nicht in ihnen, ihnen wird also geschehen!" — Frevler finden sich unter meinem Volke, deren Blick dem lauernden Biß der Falle gleicht, die ihre Posten ausstcllen, Menschen zu fangen. Wie Steig voller Geflügel, so ihre Hauser voller Trug, dadurch wurden sie groß und wurden reich. Wurden fett, wurden feist, überschritten alle Vorstellung vom Bösen, richteten Recht nicht mehr, nicht Recht der Waisen, und da soll es ihnen gut gehen? Schaffen den Armen nicht mehr Recht! — — Oedc und feil ist Alles im Lande geworden. Die Propheten reden der Lüge das Wort, die Priester leiten ihnen zur Seite, und meinem Volke sagt das Alles zu — was wollt ihr da thun für das Ende!? Flüchtet Bcnjaminiten aus Jerusalem! wenn ihr den Schofar hört, so stoßt in den Schofar, erhebet Feuerzeichen über das Winzer- Haus, denn Unglück ist von Norden' geschaut worden und großer Bruch. ״Schon und in Wonne lebend" habe ich mir Zion gedacht. Jetzt kommen Völkerhirten zu ihr mit ihren Heeren, haben schon Zelte rings um sie aufgcschlagcn, haben schon Zeder seine Weidestelle gefunden. Kündigt ihr Krieg! Auf! Und hinein am Hellen Mittag! ״Ach, uns hat sich der Tag schon gewendet, schon neigen