Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 2 (November 1855)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1855-11-01
- Page
- 116 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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116 Schaab, Geschichte der Juden zu Mainz. II. Rings um den heil'gen Berg ruht Israel Bescheidenen, einmüthigen Sinnes, bereit Zu horchen nun auf Gottes mächtigen Ruf: ״O hör', mein Volk, Ich bin's, der mit dir redet!" Von dort wird ihnen kund des Herrn Gebot, Sein laut'res Wort, des ew'gen Rechtes Säulen; Von deinem Freudenmahl genießen sie, Da aus der Höhe du zu ihnen redest! Eh' Er jedoch gezeigt sich hatt' den Frommen, Durchzog er prüfend Kanaans Gefild, Und ob der Heiden sittenlosen Wandel Bestimmt das Land Er seinen Auserkornen. Jetzt naht Er und Myriaden Seiner Engel Umgeben Ihn; am Sinai harrt Sein Volk, Sein anserwähltes; sieh' es beben, zittern Der Erde Pfeiler, ew'ge Berge wanken! Ob des Getöses sammeln sich die Völker, Der Zaub'rer Bil'am soll die Ursach deuten, ״Der Herr verleihet ew'gen Sieg", spricht dieser, ״Und Donnerstimmen künden das Ereigniß." Für Deines Worts Empfänger schufst das All Du, Der Erde Band hast du für sie gebunden, O, deßhalb dienen jubelnd wir, doch zitternd In Ehrfurcht Dir, im Rathe Deiner Frommen. Zu Sinai steigst Du nieder; mit dir nahen Viel Engel flammensprühend, Blitze leuchten, Vor Angst vergehen alle Weltgeschöpfe, Die Berge, die dich schauen, beben angstvoll. Schau, wie sie bangend zittert, diese Erde, Sie wähnt, Vernichtung sei ihr traurig Loos I Da tönt's ״Ich bin" — es stehen fest die Säulen, Nun danken Dir der Erde stolze Fürsten.