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Jeschurun · 1855-11-01 · Heft 2 (November 1855) · p. 115

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Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 2 (November 1855)
Article
[Ohne Titel]
Date
1855-11-01
Page
115 (sequence 2)
Language
German
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115 Von Dr. M. Lehmann. גזרת ח׳ח׳נ׳ו, das Letdensjahr 1096 ist das erste sich auf Mainz direct beziehende Datum. Zu jener Zeit lebte in der blühenden, wohlhabenden, zahlreichen Gemeinde der erste jüdische Dichter Deutschlands, R. Simon bar Jizchak, der Große. Von ihm heißt es in einer Scriptur, die sich in der Repvsttur der hiesigen Gemeinde befand: *) " ״Rabbi Simon der Große lebte zu Mainz vor den Kreuz- ״zügen und starb drei Tage bevor das Unglück über die Juden ״ausbrach. Die Mainzer Juden zeigen noch seinen Grab- ״stein, aber die Inschrift ist neu und berichtet, daß man da- ״selbst einen anderen'Stein gesunden hätte, dessen Inschrift ״folgende gewesen: ״Hier in dieser Hohle studirte einsam ״Rabbi Simon, der große Sohn Jtzchaks und da wurde er ״auch begraben." Kein Jahrhundert ist darauf; die Juden ״bezweifelten selbst die Aechtheit dieses Grabsteins. Man ״nannte diesen Rabbi den Großen, wahrscheinlich weil er der ״erste und reinste Dichter der deutschen Juden war; auch ״führte er einen der hebe. Sprache weit analogren Rhthmus ״als den der arabischen Juden ein, welche dieser erhabenen ״ungezwungenen Sprache den fremden Schmuck der arabischen ״aufbürden wollte». Seine Gedichte sind meistens Gebetge- ״dichte, welche die Juden in ihren Jahrgebeten aufbewahrt ״haben *״*)• Zur Probe soll folgendes dienen, dessen Inhalt ״die Erscheinung Gottes auf dem Berge Sinai: ***) *) Der Verfasser setzt hinzu ״oder sich vielleicht noch befindet." Die hiesige Gemeinde war sehr reich an kostbaren und wichtigen Urkunden, Memorialbüchern, Protokollen, geschriebenen Liturgien u. s. w., die alte Leute gesehen zu haben sich erinnern. Sie sind leider alle verschwunden; unter den schwersten Verfolgungen hat man Vieles zu erhalten, zu bewahren gewußt, aber der IudifferenttSmus. **) Aus Pietcät für N. Simon, werden die von ihm gedichteten zahlreichen Piutim, die im übrigen Deutschland für den zweiten Festtag bestimmt sind, in Mainz stets am ersten Tage gebetet. ***) Hier folgt die Uebersetzung des שלמים בחנותם aus קרובות ליום א׳ לשבועות und zwar die Heidenheimsche. Wahrscheinlich war die angeführte Scriptur hebräisch und der Uebersetzer, an den sich der Verfasser gewandt hat, schrieb nun die heidenheimsche Uebersetzung ab. Uebrigens scheint es mir sehr/unwahrscheinlich daß jene Scriptur das QNDNÜl שלמים citirte; doch hielt ich es für passend die Probe mitzutheilen, aber in eigener, metrischer Uebersetzung.

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