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Jeschurun · 1855-11-01 · Heft 2 (November 1855) · p. 85

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 2 (November 1855)
Article
Cheschwan
Date
1855-11-01
Page
85 (sequence 5)
Language
German
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Eheschwan. süß, ja nur aus der Ferne wüßten sie zu locken. Aber einmal errungen, einmal gekostet würde alles schaal. Nach Neuem und immer Neuem gelüstete das Geschlecht. Dasein- und Lebensekel, Blasiertheit würde die Stimmung der Gemüthcr, und Ironie, sich selbst Vernichtender Hohn des Lebens Weisheit. Das wäre die Zeit, die in sich selbst alle Hoffnung verloren hätte, die uni Erbarmen zu Gott aufschrie und deren Gott sich dann erbarmen würde. Er wurde sie aufrütteln durch den ernsten Sturm seiner Verhängnisse und spräche aus dem Wetter der Zeiten dann: ראו עחה כי אני אגי הוא ואין אלהיט ״ ,עטרי אני אטיח ואחיה מחצחי ואני ארפאsehet endlich, daß Ich es bin, Ach, und es ist kein Gott bet mir, Ich tvdte und belebe, Ich habe verwundet — Ich heile auch wieder!" "!״ ״הרשוני והיוSuchet Mich — und lebet!" Vor einer solchen Gesunkenheit wollte Gott uns schützen, wollte auf eine Hohe uns führen, auf welcher aller Wechsel und Wandel der Zetten keinen Wandel und Wechsel unserer schon htniedigen Glückseligkeit zu bringen vermochte, aus welcher sein heiliges Band uns ewig umschlungen und unser Herz alle es beseligenden Güter unverlierbar geborgen hielte. Noch einen Blick zurück ans den Festesmonat, den wir durchlebt! Durch Schofar-Ernst und Jom Kippur-Reinigung führte uns Gott zur Freude, lehrte uns die Hütte des Vertrauens bauen auf Erden, gab uns selbst den heitern Strauß seiner Blüthen in die Hand und sprach: Freut euch in euren Wanderhütten der keimenden und grünenden, der blühenden und reisenden Blüthen und Früchte vor Gott! Aber nicht mit' dem Strauße in den Händen, nicht unter dem Dache der Hütte verläßt Israel das Fest. Die Hütte fällt — der Strauß entsinkt, und mit der Thora im Arme stehet Israel vor Gott — und ״ :עצרחVerharren!" ״Bleiben!" ruft Gott aus seiner Hohe nieder. Laß sie kommen die Stürme des Lebens und unsere Hütten übereinander brechen, laß sie kommen die Stürme der Zeiten und die Blüthcnsträuße unserer Freuden entblättern — einmal scheiden wir ja doch von unfern Hütten, sie stürzen um eins zusammen, oder wir verlassen sie; einmal scheiden wir denn doch von unfern Sträußen, sie welken in unseren Händen oder die sterbende Hand läßt sie kraftlos entsinken — haben wir aber in unfern Hütten vor Gott gewohnt, haben wir unserer Blüthen uns vor Gott gefreut, haben wir der

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