Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 2 (November 1855)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1855-11-01
- Page
- 83 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Cheschwan. 83 gehoben und Gott und den heiligen Beziehungen seines Willens näher gebracht werden, damit wir, wir, und unser ganzes Leben, mit allen unseren Zeiten, Räumen, Gütern geweiht und geheiligt werden mögen, die Heiligkeit vom Heiligthume aus über unser ganzes Leben sich ergießen solle, und die Heiligthümer ihre heilige Kraft nur in der Heiligung zu bewähren hätten, die sie uns und allen unfern menschlichen Beziehungen auf Erden zu bringen bestimmt sind, id ״!אם ארעב לא אומר־Wenn.mich hungerte, wenn mich nach Opfern, nach Anerkennung hungerte, würde ich es Dir nicht sagen!" ruft überall aus den Gesetzen des jüdischen Heiligthums entgegen. Nicht in dem Besuche des Heiltgthums, nicht in dem Begehen und Feiern der Heiligthümer, nicht darin wie du das Heiltgthum besuchest, wie du die Heiligthümer begehest, wie andächtig, wie gerührt, wie gottselig deine Minuten, Stunden, Tage der Andacht vor Gott gewesen, darin nicht, sondern darin liegt der Nerv seiner heiligen Stiftung, wie du das Hetligthum verlässest, wie du nach dem Besuche des Heiligthums, nach dem Begehen der Heiligthümer denkst und fühlest, wirkest und schaffest, — nicht in dem was du in's Heiligthum gebracht, sondern in dem was du aus dem Heiligthume mit bin aus in's Leben trägst, darin gipfelt die Kraft und der göttliche Zweck deiner Heiligthümer! Wenn du wie einen Tribut in's Herrnhaus, also dein Opfer oder deine ״Andacht" in's Haus des ״Herrn" trägst und — heim eilst, dann — hättest du überhaupt zu Hause bleiben können — dann hast du — für dich — dein Heiligthum getödtet, hast ihm für dich die beseligende heiligende Kraft geraubt, hast es — für dich — zu einer Krücke der Entheiligung und des Unsegens, zu einer Beruhigung des Gewissens, zu einer Abfindung mit dem Göttlichen, zu einem Unterbau deines gottentfremdeten Lebens und Strebens herabgewürdigt, hast für dich das Heiligthum vernichtet. Darum halten uns alle geheiligten Zeiten nach ihrer Beeudigung noch einmal fest vor Gott, daß wir nicht so fort und hinübereilen in's tägliche Leben, daß wir uns zuvor nochmals sammeln, uns nochmals ganz von dem heiligenden Gedanken des abgelaufenen Tages durchdringen lassen und mit gesammeltem, geheiligtem Sinne vom קורש zum חול, vom Heiligthume zum gewöhnlichen Leben scheiden — תוספת שבח וי׳ט ראוריתא, — daß unsere heiligen Zeiten keinen