Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1855-10-01 · Heft 1 (Oktober 1855) · p. 42

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 1 (Oktober 1855)
Article
Thischri
Date
1855-10-01
Page
42 (sequence 42)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2932754-2932821-2932823-2939005--00972-2939078
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

42 Thischri. umschlösse! Denn siehe, nicht in dem ehelosen, hauslosen, kinderlosen, familienlosen Einzelleben erblühet die Seligkeit und die Freude vor Gott auf Erden. Zum Paradiese der Erde gehört die Hütte, gehört die Ehe, gehört der Kindersegen, gehört das Gatten- und Eltern- und Kinder- und Geschwtsterleben mit all seinen Sorgen und all seinen Mühen, mit dem ganzen Ernst seiner Aufopferung und Hingebung, mit all den Triumphen der Selbstverleugnung und der Liebe. Und je mehr Seelen und Seelchen aufblühen in der Hütte, um so mehr Gottesherrlichkeit erfüllet den häuslichen Kreis. Denn jede Seele, jedes Seelchen ist ein neues Band, das die Schechinah mit unserm irdischen Leben vermählet. Darum zum לולב die סוכה, zum Fruchtstrauß die Hütte, zur gottgesegneten Kraft das Haus! חג הסוכה שבעת ימים לד' ,בסבת תשבו שבעת ימים, Zn Hütten wohnet sieben Tage! Feiert Gott das Fest der Hütten sieben Tage!!בסבת — תשבו Zn ״Hütten" — ״wohnen!" ברירת עראי in vergänglichen Räumen — כעין תדורו mit der ganzen Ruhe und Hingebung heiterer Unvergänglichkeit leben — das ist die Summe aller Lebensweisheit! Nie vergessen, in vollem Bewußtsein haben, daß Alles, was uns hienieden umfängt, die Pracht der Palläste oder die Oede der Hütten, der Wall der Burgen oder der Bretterzaun der Baracke, Alles vergänglich sei, und doch in diesen Stätten der Vergänglichkeit, trotz dieses Bewußtseins, ja eben durch dieses Bewußtsein, sich der eignen, heitern, alles dies überdauernden Ewigfeit bewußt zu werden, bewußt zu bleiben, aus allem diesen Vergonglichen und mit all diesem Vergänglichen sich den süßen Kern des ewig heitern göttlich Menschlichen heraus zu schälen, und die flüchtigste Miinite des flüchtigsten Daseins an flüchtigster Stätte zu einem Btatt des im Gottesbunde ewig frischen Blüthenkranzcs der Seligkeit zu gestalten — das heißt: weise sein, und diese Weisheit wollen die siebentägigen Festeshütten vor Gott uns lehren. Darum tragen sie den doppelten Charakter der Schwäche und der Kraft, der Flüchtigkeit und der Dauer, der Vergänglichkeit und der Ewigkeit, des עראי und des קנע, und סכך und מחיצות sind nichts als die Predigt von dem unter flüchtigstem Dache zu gewinuenden dauernden ewigen Frieden!; Siehe diese Hütten! Ob der Eine sie aus Quadersteinen baut,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.