Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1855)
- Article
- Thischri
- Date
- 1855-10-01
- Page
- 16 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Thischr!. im Kreise der Mensche» überließen! Einmal uns wieder entschlössen, Ihm unsere Herzen und Hütten in Wahrheit zu weihen, ״Ihm zu gehorchen und in seinen Wegen zu wandeln" — wie rasch würde sich unser Geschick umgestaltcn, und wie bald würde die Binde uns von den Augen fallen, und wie würden wir einsehen, welche Täuschung uns bis dahin umgarnt! Da faßt uns Nosch Haschauah, da weckt uns der Schofar, da ergreift uns Theruah, da lockt uns die Seligkeit, aber wir schwanken,, wir wanken, wir wagen es nicht Juden zu sein, wagen es nicht Gott ganz anzugehören, wagen es nicht, den אל זר aus dem Herzen und den אל נכר aus den Hütten zu bannen, wagen es nicht Gott allein Herzen und Hütten hinzugeben, wagen es nicht mit Gott in den! Herzen, mit Gott in der Hütte — denn wir fürchten, dann, wenn wir so recht, so ganz, so im Ernste Juden würden, Juden im Herzen und Juden im Leben, dann — dann müssten wir ganz mit der Menschheit brechen, dann würden noch feindlicher die Feinde des jüdischen Wesens, würden noch drückender die Dränger des jüdischen Strebens — und sehen nicht, daß nickt weil wir doch noch immer zu viel, zu ernstlich Juden sind, die Feindschaft nicht endet und der Druck nicht anfhvrt, sondern eben weil wir zu wenig, zu gleichgültig, zu leichtsinnig, zu halb unsere jüdischen Pflichten erfüllen!! Wären wir Juden, ganze Juden, leinen אל זר im Herzen, keinen ל נ?ר-« im Leben, beherrschte Gott uns das Herz, gestaltete Gott uns das Leben, — brächten unsere Gedanken und Gefühle, unser« Worte und Thaten, unsere Güter und Genüsse das Judenthum, das ganze Judenthum, und nichts als das ganze Judenthum in seiner vollen Herrlichkeit zur Verwirklichung, wie würde da das Judenthum in seiner Glorie leuchtcn, und wie würde da Gott die nichtjüdischen Gemüther dem Juden zuführen! Vor der göttlichen Hoheit, die aus dem Judenthum dann strahlte, beugten seine Feinde sich,— vor der Gottesallmacht, die sich im jüdischen Leben bekundete, wichen seine Dränger zurück, — die jetzt das jüdische Göttliche hassen, weil sie's nicht kennen, weil sie's nur halb anschanen, weil sie in ihm den Feind des irdischen Lebens wähnen, würden de» alten Haß verleugnen, würden eben im Strahl des jüdischen Geistes auch die endliche Begründung ihres Heils auf Erhen sindev — und, während die Menschheit durch ihre Vermählung