Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1855-08-01 · Heft 11 (August 1855) · p. 601

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 11 (August 1855)
Article
Antonio Joseph
Date
1855-08-01
Page
601 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2932754-2932807-2932819-2938828--00825-2938906
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Don D« Lara. 601 zuschen, welches das Volk mit dem Vorgefühl so vieler Lust rrwartete. An dem bestimmten Tage durften Frauen in ibrem besten Schmuck und mit Auwelen bedeckt an den Fenstern erscheinen." ״Der König kam und die Procession nahm ihren Anfang von dem heiligen Offiz nach der Kirche St. Dominik. Eine große Anzabl Verbrecher sollten verbrannt werden. Die Meisten, wenn nicht Alle, waren Anden. Ich konnte nicht umhin, die Güte dieses Fürsten zu bewundern, der sich herabliesi, diese Sünder anzureden und sie zur Neue zu ermahne». Die Anden blieben hartnäckig, biö ihre Frauen und Kinder als Zeugen gegen sic vorgcbracht wurden, welche daS Verbrechen ihres AudenthnmS bekannt batten — möglich, daß daS Geständniß durch Androhung oder Anwendung der Tortur abgedrungen worden. Die Väter und Gatten erkannten hierauf ihre Zrrthümcr und flehten die Gnade S. Majestät an, die auch Vielen nicht versagt wurde. Als aber der König mit der äusierstcn Milde und Güte Antonio Joseph anrcdcte, würdigte dieser die Majestät nicht einmal einer Antwort. Gleichwohl verbarrte der König in seine» Bemühungen. Er drang in ihn, er bat ihn ernstlich, sich zu bekehren und durch seine Rückkehr an da- Herz der Kirche sich vor den schrecklichen Qualen zu retten, die seiner in der Mitte der Flammen warteten. Die rührendsten Ausdrücke wurden angewandt, um die Hartnäckigkeit dieses abgefallenen Priesters zu überwinden. Der König versicherte ihn seines Schutze-, versprach ihm für seinen Leben-unterhalt durch eine reiche Pension zll sorgen, wenn er nur von seinen Jrtbümern sich überzeugen und in den Arm der Kirche zurückkchren möchtedie ihn als eine liebende, vergebende nnd gütige Mutter empfangen würde. Alle Anwesenden waren von der Güte tief gerührt, die der König gegen diesen Elenden an den Tag legte, der lieber lebendig verbrannt werden, als sein Verbrechen gestehen wollte. Obgleich er bereits über sechzig Jahre zurückgclegt hatte, zeigte er doch weder Furcht »och Schwäche und behandelte tic Mönche mit verächtlichem Stillschweigen, die ihm zuricfen, er solle sich bekehren. Bevor er verbrannt wurde, riß man ihm die Haut von den Fingern nnd schnitt ihm die Nägel au-, weil er mit diesen vcrbrecherischcr Weise die Hostie berührt und entweiht hatte. Er litt diese Marter und die schrecklichen Qualen der Flammen ohne etwas AndereS zu äußern, als daß es eine Schande sei, einen Mann also

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.