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Jeschurun · 1855-06-01 · Heft 9 (Juni 1855) · p. 492

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 9 (Juni 1855)
Article
Siwan
Date
1855-06-01
Page
492 (sequence 28)
Language
German
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492 St « sn. mlattßtun wagt, mit der Wirklichkeit seiner ThMaft zu dienen, mit der Weihe seines Lebens zu huldigen und mit dem Opfer der Güter und Genüsse seines DasciW d§>, Altar der Verherrlichung zu um so gieriger hascht eS nach — leichtern — stellvertrctenden — Gelegenheiten, sich mit der Anerkennung dieser Ideen zu schmücken, und bauet Denkmäler, stiftet Feste, isst Zweck-Essen, — und berauscht sieb, und beruhigt sich mit dem Duft solcher symbolischcn Verehrung für den Verrath und die Verleugnung, deren cs sich gegen eben diese Ideen, Gesinnungen und Zwecke im Leben der Wirklichkeit bewußt ist. Also auch im Dienste der großen Ideen, Gesinnungen׳, Zwecke und Wahrheiten der Thora. Verrathen, verleugnen wir׳ diese im Leben, haben wir gar nicht den Willen ihnen unser ganzes Leben zu weihen, ihnen mit all' unfern Kräften und Bestrebungen, unser» Gedanken und Handlungen, all' unfern! Strcbei! und Genießen im häuslichen und öffentlichen Leben daö Denkmal und den Altar zu bauen und daS Opfer zu vollbringen, — wollen wir gar nicht die Wahrheit der Thora im Leben, wollen uns gar nicht mit der Symbolik der Feste für diese Wahrheit rüsten, sondern^f,riern nur Feste, um doch nochwenigstenS symbolisch unS zur Existenz von Wahrheiten zu bekennen, denen wir die lcbengestaltende Geltung längst abgesprechen, und denen unser ThoraentfremdeteS Leben den kecksten Hohn in's Angesicht schleudert — dnnn zürnt uns der Geist der Thora entgegen: לא אוכל און ועצרה fort mit eurem Lcbenstrotz und F esttagsfcier zusammenkuppelnden Treiben, חדשיכם ומועדיכם שנאה נפשי, eure Neumonde und eure Feste hasset meine Seele! Siehe, darum ist die Thora eifersüchtig auf jede Regung der Verehrung und Huldigung, die der Gedanke ihrer Offenbarung in dir wecken dürfte, darum gestattet sic jeder solchen verehrenden Regung kaum einen Raum in FcsttagSfcier und symbolischem Fcstaus - druck, auf daß, wenn Schawuoth dir den Gedanken des Guts aller Güter, dieser Seele aller Seelen, dieses Lcbcnö alles LcbenS, dieser Thora deines Gottes bringt, und mit diesem Gedanken daö Gefühl der Verehrung und Huldigung erregt, die du dieser Thora schuldest, du diesem Gedanken und Gefühle durch kein Festbegängniß, durch keine FesteSfeier Genüge schaffen kön-

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