Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1855)
- Article
- Siwan
- Date
- 1855-06-01
- Page
- 482 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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482 S i« a n. fühlte man daö Bedürfniß, doch irgend wie zu bekunden, daß das alte, durch den Wechsel so vieler Jahrtausende erhaltene Band noch nickt ganz gerissen, um so mehr eonccntrirte man alles noch übrig gebliebene jüdische Streben in ״Gotteshaus und Gottesdienst." Je weniger man aber selbst gesonnen war diesem Gotteshaus und diesem Gottesdienst den einzigen wahren Schmuck, die Anhänglichkeit eines steten, sabbathlichcn, oder gar täglichen Besuches zu zollen, um so mehr eonccntrirte man wiederum selbst die letzte Beurkundung eines vermeintlichen jüdischen Sinnes in reine Aeußerlichkeiten, in die architektonische Form des Gotteshauses und die ästhetische Form deS Gottesdienstes, meinte Wunder welch.eine Verehrung man Gott und welch' ein Denkmal fronimer Gesinnung man sich gestiftet, wenn man Gott ein prächtiges HauS erbaut, und Ihm in diesem prächtigen Hause einen so prächtigen Kultus eingerichtet, — daß der feine elegante Sohn und die feine elegante Tochter, wenn sie einmal das Bedürfniß fühlen sich für daö unjiidische Leben eines ganzen Jahres in einer andächtigen Jomkippurstunde mit Gott zu versöhnen, sich von den Formen in ihrem Gottcshause nicht abgestoßen fühlen, und selbst der nichtjüdische Besucher den israelitischen Kultus — voller Bewunderung — fast schon so schon wie den scinigen findet! Aber man vergaß, daßswenn die Verehrung GotteS in die gottesdienstliche Gottesvcrehrung im Gottcshause aufgchen, wenn die gottesdienstliche Gottesvcrehrung im Gottcshause nicht zu der einzigen von Gott anerkannten Verehrung, zur Erfüllung seiner Thora im Leben, führen soll, wenn man mit dieser Gottesverehrung imGotteS- Hause die Verehrung GotteS im eigenen Hause zu ersetzen meint, undnian darum Gott ein Haus, darum seiner Verehrung eine Stätte, Arie prächtige, reiche, erhabene, entzückende Stätte bereitet, damit man Ihn und seine Verehrung dorthin verweisen, alle übrigen Raume und alle übrigen Zeiten aber anderen Bestrebungen geweiht erhalten könne, damit man mit beruhigten Gewissen daö ganze übrige Leben für sich hinnehmcn könne, nachdem man,ja auch Gott daS Seine in so prächtigem Hanse, auf so prächtige Weise bereitet habe — wenn man so Gott und Seine Verehrung in den Feiertagöwinkel deS Gotteshauses wirft und mit dem Eifer für ״Sein Haus" den verlorenen Eifer ״für Sein Wort," für die emsige ge-