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Jeschurun · 1855-06-01 · Heft 9 (Juni 1855) · p. 471

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 9 (Juni 1855)
Article
Siwan
Date
1855-06-01
Page
471 (sequence 7)
Language
German
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v. Ncllglon. 471 Thora ״Religion der Juden", d. h. die Vorstellung wäre, welche die Juden einer gewissen Zeit von Gott und von den Beziehungen der Menschen zu Gott gehabt. Alle diese Fragen sind aber gedankcnloö und nichtig, weil die Thora einziges, ewiges Wort des einzigen, ewigen Gottes des Himmels und der Erde ist und nicht die Vorstellung enthalt, die die Juden einmal von Gott und ihren Beziehungen zu ihm gehabt herben, sondern die sie nach dem Willen eben dieses einzig ewigen GottcS zu allen Zeiten haben sollen. 3. ״Religion" nennt man die Thora, ״jüdische Religion" — aber was man in allen Kreisen sonst ״Religion" nennt, daö ist rvrzngSwcise ein Inneres, Gedanken sind cS, wie wir gesehen habe», Vorstellungen, Empfindungen, Gefühle, die der Mensch von der Gottheit und von seinen Beziehungen zu dieser Gottheit in seinem Innern trägt, — und wrS sich an äußern Handlungen mit diesem Innern verbindet, daS iü dort nur Form, kann dort nur Form, und somit nur daö Unwesentliche, ja daö Glcichgiltige sein; muß cö ja auch in der Tbat glcichgcltcn, in welcher Form — zu seiner eigenen 'Befriedigung — dieses Innere sich äußert; ist nur der Gedanke wahr, die Vorstellung richtig, die Empfindung rein, daö Gefühl edel, so ist jede Form die .beste, in welcher dieses Innere sich am klarsten und befriedigendsten ausgcdrückt findet, und so muß auch diese Form mit dem Wechsel und Wandel dieses Innern wcchsein und wandeln —, und weil dies nun in allen andern Gebieten so ist, und naturgemäß gar nicht anders sein kann, und weil man nun auch der Thora fälschlich den Namen ״Religion" gegeben und sie eben mit diesem falschen Namen mit in den Krciö jener Gebiete — in die sie nicht gehört — hinübcrgezogen, will man nun auch die Thora, daö einzige, ewige Wort des einzigen, ewigen GottcS in den Schmelztiegel cincö solchen ScheidungSproccsseö werfen, will man auch dort Wesentliches, Ewiges, von Vergänglichem, Gleichgiltigcm scheiden, will man auch dort ein paar Gedanken, Vorstcllungcn, Empfindungen, Gefühle heraussondcrn 'und sprechen: sehet, das ist der Kern, darauf allein kommt cs an; alles Andere ist nur Form, und somit gleichgiltig, und muß wechseln und wandeln, wie wir im Wechsel der Zeiten uns wandeln und wechseln — — Daö

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