Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1855)
- Article
- Frankreich [Nachricht]
- Date
- 1855-05-01
- Page
- 508 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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508 tend bet jüngsten Kestzeit zugewandten Fürsorge und dir neuerdings in || den verschiedenen Gemeinden hervorgetretenen Vereine und Stiftungen zu Pf wohlthLtigen Zwecke» geben davon das erfreulichste Zeugniß. Vor Allen Pf glänzt hier da« Gedächtniß des am 12. Aprild. I. verstorbenen Con« ff sistorialpräsidenten Louis Ratisbonne zu Strasburg hervvr, der soff wohl durch die während seines Lebens geübten Werke der Humanität, als! z auch durch seine letztwilligc» Verfügungen, Stiftungen und Leiste gezeigt, tu f! welch hohem Grade dieser jüdische Geist der Menschenliebe in ihm lebeni.i big gewesen. Sollte sich in diesen Zeitcrscheinungen das tiefe WcishcitS» f j wort unserer Ahnen bewahren: אב1ח שמטה HO א□ ראיח הכוה אמהוח שנחמוטטה לי־ הדבק בגמילוח חסדים? II Sollten sie es vorausgeschaut haben, daß wir diese Perle zuletzt verlie- ■i rd würden?! Z Die Juden in Indien. (Fortsetzung.) Schwarze Juden und Andere- Zu Eochin und der Umgegend befinden sich ungefähr zweitausend schwarze Juden, die jedoch nicht so schwarz als die andern Neger sind. Diese sind wahre Juden, sebr religiöS und durchaus nicht ununrerrichtet. Soweit der Verfasser erfabren, soll der Ursprung der farbigen Juden nicht in sebr fernes Alterthum reichen, vielmebr sich nur von den?,eiten der ersten europäischen Eroberungen in Indien datiren. Durch diese Eroberungen seien dem Handel neue unermessliche Wege geöffnet und zahlreiche Einwanderungen benachbarter Völker zu diesem indischen Eldorado angcloät worden. Unter diesen auf Eroberung des goldenen VlicßeS ausziehenden Rittern hätte sich auch eine große Anzahl junger, unverheiratheter Juden aus Bagdad, Bessora, Jemen, und anderen westlichen Gegenden Asiens befunden, die sodann in den erobcrten Provinzen sich niedergelassen uub schwarze, zum Judenthum übergetretene Sklavinnen gehciratbet hätten, deren Nachkommenschaft nun diese schwarze Juden wären. Für diese Annahme scheint der Umstand zu sprechen, daß sich nur in den Provinzen der europäischen Herrschaft schwarze Juden befinden, und ferner, daß in der That die Aehnlichkeit ihrer religivsen Ceremonien auf ihre babylonische Abkunft hinweist. Andere Juden wohnen vorzüglich in Aden, Bombay, Eochin, in Calcutta, wo sie am zahlreichsten sind, und in Lingapore, wo es deren nur wenige giebt. Ihre Gesarnmtzahl scheint ungefähr 1500 Familien zu betragen. Die Juden zu Me men beobachten die talmudischen ReligionSvorschristen und behaupten gleichwohl Nachkömmlinge der zehn Stämme zu sein und sich dort bereits lange vor der Zerstörung des ersten Tempels niedergelassen zu haben. Druck von «riuhotd SaiS. — Redakteur r Rabbiner Hirsch in Frankfurt am Mai».