Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1855)
- Article
- Aus Bayern
- Date
- 1855-05-01
- Page
- 451 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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A,l- Bayer 461 sind, als ob wir nicht alle einer höhern Verpflichtung unterthan wären, die uns unser weltgeschichtlicher Beruf auferlegt und deren treue Erfüllung uns das Verdienst erwirbt, an der Gottesgesetzgebung Tbeil zu baden,כל הלומד אח בן חברו חורה וכו• Wir rufen daber den Gemeinden, denen die Schule eine Hauptangelkgenbeit sein muß, um sie vor späteren traurigen Erfahrungen zu bewabren, zu: Nebmet nur solche Männern in den Dienst der Schule, von denen ibr wisset, daß sie im Seminar nicht Lbr jüdisches Herz gelassen haben, und daß sic ibre allgemeine Ausbildung nur als Mittel betrachten, um in dem bedeutendsten Element des Unterrichts, in der Religion, desto heilsamer zu wirken. Wir rufen den israelitischen Lehrern im Interesse unseres Heiligthums, das uns Men zu pflegen obliegt, und in ihrem eigenen Interesse, um ihrer Achtung und ihres Einflusses willen, zu: Messet denen, die aus dem frischen Lebensborne unserer Lehre schöpfen und an ibr sich laben sollen, nicht so sparsam und kleinlich zu; denn in dem Maaste, in welches ibr die Veredlung und Vervollkommnung der Kleinen befördert, jeden euch die Erwachsenen, Großen, für veredelter und vollkommener an. Wabrlich! nur so kann verhindert werden, daß nicht der Irrwahn auch fortan festgehalten wird: wer mit der allgemeinen Bildung der Zeit fortschreitet, müsse in dem Grade, als er an äußerlichen, ich möchte sagen profanen Kenntnissen zunimmt, an jüdischer Gesinnung und acht religiösem Wirken erschlaffen; nur so wird die drohende Kluft zwischen den Vorfechtern des alten jüdischen Glaubens und den mit ihrer Aufklärung sich Brüstenden und nur äußeren Prunk Erzielenden zu der heilsamen Harmonie sich gestalten, welche den Geist durch die erste der Erkenntnisse erleuchtet und das Herz durch das Fcuerwort von Sinai erwärmt und für alle LebenSverhältniffe erkräftigt, aber auch alle die pracrischen Vortheile zu bieten nicht Anstand nimmt, welche der geistvolle, industrielle und geschäftliche Verkehr unserer Zeit immer mehr erfordert. Wir könnten noch Belege dafür ansühren, wie man bei uns, anstatt die oben bezeichnete Kluft auszugleichen zu suchen, dieselbe auch in anderweiten Kreisen durch hochmüthige Verachtung Derer, die ״studirt" haben, zu erweitern sucht und so Judenthum und wissenschaftliche Bildung als Gegensätze darzustellen sich bemüht; allein wir wollen vordersamst nicht mehr bewirkt wissen, als daß bei der Grundentwickelung der Mischen Zukunft aus dem Gebiete der jüdisch-religiösen Erziehung, mehr Innigkeit