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Jeschurun · 1855-05-01 · Heft 8 (Mai 1855) · p. 450

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 8 (Mai 1855)
Article
Aus Bayern
Date
1855-05-01
Page
450 (sequence 2)
Language
German
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450 Aus Bayern. entgegenstehen. Dies aber fübrt mich aus den Gegenstand, den hier zu besprechen Sie mir erlauben werden. DaS diesige jüdische Schulwesen mit seinen ״Elementartehrern" ist es, welches dem glaubensgetreuen und für unser theuersteS Erbe, die Tbora, begeisterten Israeliten einen traurigen Anblick gewährt. Der ״legale" Stand der Schulverbältnisse iu Bayern bringt eS mit sich, daß der israelitische Lehrer in der Regel das Schullebrer-Seminar besucht hat. Es wäre nun dies in didaktischer und pädagogischer Beziehung immerhin ein Vortbeil, auf diese Weise Männer zu Iugendlehrern zu erhalten, die mit ihrem Wissen für ibr Fach auf dem Boden der allgemeinen Wissenschaftlichkeit stehen, wenn dieselben nur noch Sinn und Herz für jüdische Bildung und Erziehung der Jugend mit Ln ihren Lebensberuf brächten, wenn sie nur bedächten, daß das erste und bedeutendste Element des Unterrichts die Kenntniß der großen LebmSerzieherin, unserer heiligen Thora, ist. Wie aber jetzt die Lehrer im Allgemeinen ihren heiligen Beruf erfüllen, oder, besser gesagt, vernachlässigen, drängt sich uns ihrer Seminarbildung gegenüber das Wort dcö Weisen auf: יצא שכרו ׳בהפסדי was sie LN allgemeiner Bildung gewinnen, das geht gewöhnlich auf Kosten ihres Eifers und ihrer Thätigkeit für die Sache Gottes. Nachdem sie die mühselige Studienzeit im Seminar überstanden, Tag und Nacht den ermüdenden und mehr deprimirenden, als geisterhebenden Verstandesarbeiten, zu denen sie in demselben angehalten werden, aufgeopfert haben, glaubensie Dasjenige, dessen Aneignung ihnen so theuer zu stehen gekommen, auch für wcrthvoll halten zu müssen und desto mehr Verdienst sich zu erwerben, jcmchr sie mit ihm die Köpfe ihrer Zöglinge vollpsropfen, zumal die Schulinspection vornehmlich ihren Leistungen im Allgemeinen Anerkennung zollt, aber wenig Notiz von dem nimmt, wo sie im Jüdischen dociren. Deßhalb kann man auS manchem alten ehrwürdigem Munde noch hcutzutagt die Worte vernehmen: ״Die deutschen Schulen hätten nicht aufkommen sollen." Wir, die wir schon unter der Einwirkung dieser Schulen herangebildet sind und ihre vortheilbafte Seite gleichfalls kennen gelernt haben, stimmen zwar nicht in diesen trostlosen Ruf mit ein, müssen aber bedenklich über die heranwachsende Generation den Kopf schütteln, wenn wir sie solch gewissenlosen und frivolen Pflegern ihrer höchsten geistigen Angelegenheit, der Religionskenntniß, anvertraut sehen, welche ibnen nur so viel von der Himmelskost schmecken lassen, wie sie als Elemrntarlehrer zu leisten ״verpflichtet"

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