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Jeschurun · 1855-05-01 · Heft 8 (Mai 1855) · p. 421

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 8 (Mai 1855)
Article
Sabbath
Date
1855-05-01
Page
421 (sequence 3)
Language
German
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8. Der Sabbalh in der Wüste. 421 die gottähnliche, menschenbrglückende That eö sei, die das Menschenheil auf Erden zu begründen vermag. Der Sabbath fehlte — und zweitausend Jahre stand der Sabbath um Gottes Thron: ״Allem hast du einen Freund nnd Träger zugcwiesen, ich allein stehe ohne Freund, ohne Träger, verschmähet, vergessen" — Da hatte Gott eine Menscbcnfamilie, in deren Schoost sich noch ein Funke des reinen Gottesbcwusttseins geflüchtet, in den Eisentiegel egyptischer Gottvcrgcsscnhcit geworfen, hatte in Jahrhunderte langer Nacht sie alles Elend, allen Jammer, den ganzen Fluch deS ausgebildetsten, sabbathloscn, naturvergöttcrnden, mcnschcnknechtcnden Treibcns durch fühlen lasse», - hatte die Götter MizraimS und die Tyrannen Mizraims endlich vor Seinem Finger und vor dem retneu, sittlichen, gottverehrenden Funken in der Brust eines Sklaven zittern gelehrt, für dessen Heilsrrretung der Finger deS Weltmeisters sich hebt, — hatte gezeigt, daß der bodenloseste, besitz - und rechtloseste Sklave durch sein gottzugcwandtcS, freibetbätigtcS Gottvcrtrauen mächtiger sei, als alle gottverleugnende, mit allen Schrecken der Natur und Mcnschenmacht gegürtete Gewalt — batte Fesseln und Mcereöwogen vor Israel gebrochen nnd sie nun in dir Wüste geführt um dort sie die Erlösung der Menschen beginnen — um dort sie den Sabbath finden zu lassen. — ״O, daß wir durch Gottes Hand im Lande Mizraim gestorben wären! wo wir doch am Fleischtöpfe saßen und Brod zur Sättigung hatten! Habt unö i» die Wüste geführt, diese ganze Masse Hungers sterben zu lassen!" ״Ich bin hier!" sprach Gott zu Moscheh, ich lasse euch Brod vom Himmel regnen, das Volk gehe hinaus und sammle daS tägliche Bedürfniß täglich, damit ich eS prüfe, ob eö in meiner Lehre gehen werde, oder nicht. Am sechssten Tage jedoch, wenn sie das Hctmgebrachte bereiten werden, wird es das Doppelte dessen sein, waö sic sonst Tag für Tag einsammleu." — — ׳— Das ist daS Brod, welches Gott euch zur Nahrung gegeben! Dies aber daS Wort, welches Gott geboten: sammelt davon Jeder nach Bedürfniß sei-

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