Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1855)
- Article
- Sabbath
- Date
- 1855-05-01
- Page
- 420 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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420 Sabbath. der Natur, wie man sich ihre Machte dienstbar mache, wie man vor der Concurrenz deS mitkämpfcnden Bruoers sich rette, und wie man deS Bruders mitkämpfendeö Streben siegreich dem eignen Vortheil dienstbar mache, - daö war das Sinnen der Weisheit der Sterblichen, denn der Sabbath war geschwunden von der Erde. Der Sabbath war geschwunden und mit ihm daö Bewußtsein von dem Einen Einzigen Meister und Herrn, dessen Gedanke und dessen Wille allein im großen Allganzcn und jeder klein- Ken Regung deö kleinsten Theiles dieses Ganzen lebendig ist. Der Sabbath war geschwunden und mit ihm daö Bewußtsein von der einzigen Würdc und Hoheit deö Menschen in diesem großen göttlichen All, des Menschen, mit dem der eine einzige Meister des Ganzen in besonderem Bunde steht, des Menschen, dem der eine einzige Meister deö Ganzen einen freien Funken seines eigenen freien, ewigen Wesens eingehaucht, und mit diesem Hauche ihn nicht zum Natursklaven und Brudertyrannen, ihn vielmehr zum ersten freien Gotteödiener im großen gottdienenden Wcltenchor bestimmt und ihm die Pflege der Freiheit, der Wahrheit und deö Rechtes, der Liebe und des Segens überwiesen. Mit dem Sab״ bath war das Bewußtsein geschwunden, daß Eine freie, gottgefällige Regung in der Brust des Menschen, Ein freies, gottgefälliges Menschenwort, Eine freie, gottgefällige Men scheut hat allmächtiger sei, als alle Machtdonner der unfreien, gebundenen Naturgewalten, und daß der Mensch mir jjut zu sein brauche, um die Erde sich zu Füßen zu sehen. Mit dem Sabbathgottesglauben war auch der Glaube an die göttliche Sicitur des Menschen, an die stttliche Freiheit des Menschen, an die Gottesgewalt seines sittlichen Denkcns, Redens und Handelns geschwunden, —- das Bewußtsein war fort, daß dem freien, sittlichen Wollen, und nur dem sittlichen, freien Wollen deö Menschen der Eine Einzige Weltmeister seinen Bund und seinen Beistand und seinen Segen verheißen, und nicht naturerkennende Kenntniß und nicht naturbezwingende Kunst, und nicht menschenberechnende Klugheit, und nicht menschenbezwingende Gewalt, — sondern die gotterkennende Kenntniß und die gottdienende Kunst und die von Gott lernende Weisheit und