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Jeschurun · 1855-04-01 · Heft 7 (April 1855) · p. 383

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 7 (April 1855)
Article
Heinrich Heine [Rezension]
Date
1855-04-01
Page
383 (sequence 7)
Language
German
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Von Dr. ©trittficlm. 383 ״SKct'olutton mi närrischer Widerspruch wäre, so kennte der Säweiber ״dieser Blätter stolz darauf sein, das! seine Almen dem edle» Hanse IS- ״raels augebörtcu, das! er ein Abkömmling jener Märtyrer, die der ״Welt einen Gott und eine Moral *) gegeben, und auf den Schlackt- ״feldern des Gedankens gekämpft und gelitten haben." ״Die Geschichte des Mittelalters, und selbst der modernen Zeit, ״hat selten in ihre Jahresberichte die Namen solcher Ritter des ״heilige» Geistes eingczeichnet; denn ste fochten gewöhnlich mit ge- ״schlosseucm Visir. Ebenso wenig die Thateu der Juden *), wie ihr ״eigentliches Wesen, sind der Welt bekannt. Man glaubt, sic zu kcn- ״nen, weil man ihre Bärte gesehen; aber mehr kam nie von ihnen ״zum Vorschein, und, wie im Mittelalter, sind sie auch nock in der ״modernen Zeit, ein wandelndes Gebeimniß. Eö mag enthüllt wer- ״den an dem Tage, wovon der Prophet 3) gcweissagt, daß es alsdann ״nur noch Einen Hirten und Eine Heerde geben wird, und der ״Gerechte, der für das Heil der Menschheit geduldet, seine glor- ״reiche Anerkennung empfängt." ״Man sieht, ich, der ich ehemals den Homer zu citiren pflegte, ״ich eitire jetzt die Bibel, wie der Onkel Tom. In der That, ick ״verdanke ihr viel. Sic hat, wie ich eben gesagt, das religiöse Ge- ״fühl iviedcr in mir geweckt, und diese Wiedergeburt des religiösen ״Gefüblcs genügte dem Dichter, der vielleicht leichter, als andre ״Sterbliche, der positiven Glaubcnsdognien entbehren kann. Er hat ״die Gnade, und seinem Geiste erschließt sich die Sumbolik des ״Himmels; er bedarf dazu keines KtrchenschlüsselS. ״Judäa erschien mir immer wie ein Stück Occident, mitten in den Orient ״verloren. In der That, mit seinem spiritualistiscken Glauben, seinen ״strengen, keuschen, sogar ascctischen Sitten, kurz, mit seiner abstrac- ‘) Diese.ungewöhnliche Zusammenstellung hat uns, wir gestehen eS, überrascht. Wir erwarteten von dem Dichter nicht jenen Tiefblick, der in der Idee Gottes, als eines Schöpfers, die der Freiheit, der Basis aller Sittlichkeit, dem heidnischen Fatum gegenüber, erkannt und anerkannt haben würde. 2) Ihre Thaten bestanden eben im Dulden. Wie aber sollte der Quäler diese Tapfer׳ keit seines Schlachtopfers würdigen können! Die oppositio passiv«, findet selten ihren Enkomiasten. 2) Zachariah XIV, 10: ״An jenem Tage wird Gott Einig sein und sein Name Einig." (S. Maroua XII, 28. 29. 30).

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