Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 6 (März 1855)
- Article
- Jüdisches Gemeindewesen
- Date
- 1855-03-01
- Page
- 321 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932807-2932814-2938448--00482-2938492- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
fw!i ■ iij; ■jj;;1 j;: I; :!;! Dritter Artikel: Thalmud Thora. 8. Die Gemeinde. 221 Wären sie aber an der Hand der Thorapflege im jüdischen Geiste herangebildet worden, alle ihre Schöpfungen im Reiche der Töne und Dichtung, im Felde der Wisienschaft und deö öffentlichen Lebens trügen also das Gepräge des jüdischen Geistes, brächten also eben den Geist des Judenthums zur Anschauung und Perwirk.׳ lichung, dasi sie ihr Jndenthum nicht zu verleugnen vermöchten, daß man gerade in ihren genialsten Werken und Schöpfungen den reinsten Genius des Judenthums ei kennen und verehren lernen, dasi man sie achten, hochachten würde, nicht obgleich sie einst Juden waren, obgleich ein jüdischer Mutterschoosi sie geboren, sondern weil sie, nicht nur Juden waren, sondern weil sie Juden sind, durch und durch Juden sind, und gerade mit den edelsten, erhabensten Schöpfungen ihres Geistes durch und durch im Zudeuthume wurzeln! Und dann würden unsere begabtesten, geistvollsten Söhne und Töchter die treuesten, begeiftertsten Träger unserer Gemeinwesen sein, während gerade sie jetzt am wenigsten noch des geistigen Multerschoosies gedenken, dem sie entsprungen, oder zerstörend und auflösend, den Boden selber verderben, dem sie, ihnen unbewußt, doch die besten Kräfte ihres Daseius verdanken. Indem unsere Gemeinden dem הלמוד חורה den Rücken fehrten, haben sie selber das geistige Band zerrissen, daS sonst gerade die Begabtesten, die Geisterfülltesten ihrer Söhne selbst noch auf, der höchsten Stufe des Ruhmes und des socialen Glanzes umschlingen und als die Ihrigen unverlierbar ihnen erhalten haben würde. — Doch es sind nicht diese äußeren Rücksichten, die ׳הלמוד הורה die die Pflege der Thorakunde der jüdischen Gemeinde als ihr erstes und heiligstes Augenmerk dahin stellen sollen. Wir haben ihrer nur erwähnt, weil sie so augenfällig am Tage liegend sich der Betrach-, tung von selbst darbieten, weil ferner sie so recht in die Augen springend die ganze gedankenlose Verkehrtheit veranschaulichen, in welcher unsere thoraverschmähenden Gemeinden befangen sind, und r~ weil unnennbar der Schmerz ist, der die Brust jedes Freundes seines Volkes und der Menschbeit erfüllt, wenn er sich sagt, welch ein קידוש השם, welch ein weithinleuchtendes, gottverherrlichendes Bild die jüdischen Gemeindewesen heutigen Tags in allen ihren Klaffen und Beziehungen barbieten würden, wenn ׳הלמוד חורה wenn der Trunk aus dem Borne des göttlichen Wortes, wenn