Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 6 (März 1855)
- Article
- Der jüdische Sabbath
- Date
- 1855-03-01
- Page
- 315 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Dcr Sabbatb dcr Schöpfung. 315 Und dieser Sabbath in die Schöpfung eingefiihrt, dieser Sabbatb als Ziel und Vollendung, als Grund und Bedingung zu den sechs Tagen dcr Schöpfung, als siebenter Schöpfungstag gcfüget, an diesen siebenten Tag alle vorangegangenen sechs Tage, an den Sabbatb die ganze sinnliche g cschaffene Erdwelt geknüpft! An diesen Sabbatb auch daS ganze sinnliche Heil des Menschen auf Erden gebunden, auf diesen Sabbatb ״Segen und Heiligung", Gedeihen und Dauer dcr Schöpfung gegründet. — Siche da, die sittliche Natur und die sittliche, freigöttltche Bestimmung des Menschen doch kein Traum und Mährchen! ״Himmel und Erde Zeugen seines sittlich freien Berufes und Bürgen für dessen Erfüllung"! Himmel und Erde lächeln freundlich seinen! Bemühen, so lange ihn bei seiner Arbeit der Sabbathgeist erfüllet und er nur mit frcisittlichcr Kraft nach göttlichem Willen auf Erden schaltet und waltet. Machet ihn aber zum Herrn und Meister dcr scchstägigcn Welt, steigert seine Einsicht bis zur allwissenden Bewältigung aller G eheimnisse der Natur, gebet ihm Flüge! durch die Lüfte, machetBlitze zu Boten seiner Gedanken, spannet Wolken vor den Wagen seiner Triumphe — streichet aber den Sabbath aus seiner Welt, machet ihn zum Lügner an Gott und seinem sittlichen Beruf — »nd die Erde, die sein Paradies sein sollte, wird sein Grab. Demi zur VZeltfchöpfung, zur WelLordnung gehört der Eabb«rth> Nicht der Schweiß der Arbeit allein bestellet den Acker. Das Gottesbcwußtscin und daS sittliche Streben des Arbeiters bedingt nicht minder den Segen. Der erste Sabbath grüßte schon an dcr Schwelle des Paradieses die Menschheit. Uno wie immer mehr dcr Sabbathgeist von der Menschheit wich, so lehrt die Gottesurkunde des Menschengeschlechts, wich auch der Segen auö der Natur, und die ganze Weltgeschichte ist nichts als die Lehre von dcr vergebenen Mühe, ohne Sabbath das verlorcne Paadies auf Erden wieder zu gewinnen. Es trauert, eS welkt die Erde, so lange geknickt ist und welk die Welt der Menschen. Aber ״d en neuen Himmel und die neue Erde" bringet Gott wieder, sobald der Sabbathgeist seine Siege gefeiert, und ״mit jedem Neumond und jedem Sabbath alle Menschheit kommet mich anzubeten, spricht Gott!" 1s*