Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1855)
- Article
- Amerikanische Zustände
- Date
- 1855-02-01
- Page
- 284 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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284 Gemeind ewksen. So sind, wie schon erwähnt, fünf Reform-Tempel in diesem Lande; wovon nicht Einer in Cultus, Ansichten und Prinzipien mit dem An- ׳ dern übereinstimmt. Eine jede Parthei glaubt, auf dem von ihr eingeschlagenen Wege komme man am weitesten zu (oder von) dem Ziele Ziele — wo aber dies Ziel sei, kann des Sterblichen Auge nicht sehm, des Schwachen Verstand nicht begreifen. Die Einen haben ihren Cultus mit hebräischen Gebeten, Orgel und Chören und mir die armen Jekum Purkan und der unschuldigem Eseh Mekoman u. dergl. als lästige Gaste verabschiedet. Andere haben nur wenige hebräische Gebete (welche si. die Wichtigsten nennen) beihehalten und die Lücke mit englischen Gebeten ausgcfütlt — auch Chöre und Orgel — einen CycluS der Thora ohne Neginab, Beseitigung aller Ceremonien, worunter auch ^כצורן דיארריי sind, als Lttkah, Lulab, Tephilin, Schofar, Mesusah u. s f., welche sie als Ceremonial-Gesetze betrachten. Ueber Jom tob scheni sind sie alle einig. — Andere wieder haben einen ausschließlich englischen Gottesdienst — ״gereinigt" von allem ״RabbiniSmns" — und selbst von vielen ״mosaischen" Gesetzen, die aber nach ihrer Meinung nicht göttlich sind, und nicht mit ihrer neuen Philosophie harmonieren. In so verschiedener Weise alle diele vom wahren jüdischen Cultus und RituS abwcichen, in ebenso verschiedener Weise weichen sie natürlich wieder Einer von dem Anderen — und legt eben diese Verschiedenheit die Prinzip- und Haltlosigkeit dieser Bestrebungen offen. Es kann für Jeden, der mit Unbefangenheit diese Zustände prüft, kein Zweifel sein, daß alle diese Bestrebungen zuletzt mit gänzlicher Negirung des Judenthums enden werden. Die Gründer des nazarenischen Glaubens und die erste» Christen, die — wie I. R. Pehnado in einer neueren Ausgabe hinlänglich beweist — sogar noch alle jüdischen Ceremonien sehr pünktlich beobachteten, waren sich auch nicht des Endresultats ihres Beginnens bewußt,^daö nun im gänzlichen Abfall von! Judcnthume welthistorisch zu Tage kiegt. — Dies ist derselbe Fall mit dem modernen Zetergeschrei gegen die^arrnen Jekum Purkans, oder den unschuldigen Eseh Mekoman und dergl. Stücke unserer Liturgie Sollte jemand thöricht genug sein, zu glauben, daß die progressive Reform sich mit diesen kleinen Opfern begnügen wird? — Keineswegs; ist'einmal die > rabbinische Autorität vernichtet , daun ין לרבר קצ^ , dann giebt's keine Grenze mehr und jedes Zeitalter, jede Generation hat dasielbe Recht und wird auch davon Gebrauch machen, sich ihren jüdischen