Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1855)
- Article
- Der Religionsunterricht
- Date
- 1855-02-01
- Page
- 267 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Religionsunterricht. 267 sich mit dem müden, schalen, abgestorbenen Abhub der Zeit und der Kraft und der Persönlichkeiten begnügen must — dann macht Zbr oft die traurige Erfahrung, daß eure Kinder zu Allem Lust haben, nur zum Hebräischen nicht, das; alle Lebrer mit euren Kindern zufrieden sind, nur der ״hebräische" Lehrer klagt, das; aller Unterricht bei euren Kindern Früchte trägt, nur der hebräische Unterricht nicht einmal Wurzel zu fassen weis;, und eure Kinder, immer und ewig an den Elementarkenntnissen sich abquälend — das ganze Zudenthum und seine Wissenschaft - nur als ״Qual" kennen und schätzen. Und eben so auch umgekehrt. Wenn eure Kinder nur in einer einseitigen jüdischen Bildung groß wachsen, die die allgemeine Bildung ganz ignorirt, oder, aus Unkenntnis; verdächtigt und herabwürdigt, und dann das Leben sie dennoch nöthigt in ihren Zünglingsjahren die allgemeine Bildung naebzuholeu, deren Elemente sie gar nicht vom jüdischen Standpunkte auo wahrhaft und gerecht würdigen gelernt, deren Aneignung dann, um das Versäumte nachzuholen, ihre ganze Geistesthätigkeit in Anspruch nimmt, — deren Aneignung sie daun Männern im die Hände führt, die im glücklichsten Falle vom Zudenthume nichts wissen, oft auch selber das Zudenthum verkennen, verachten, katlm je aber im Stande sind, an die gewonnenen jüdischen Schätze anzuknüpfen, sie für daö neu zu Erlernende zu vcrwertben, das neu zu Erlernende in das Erlernte harmonisch einzufügen, . und dem ureigenen jüdischen Elemente gerade im Zusammenhänge mit den neu aufzunehmenden Elementen seine ewig siegreiche Geltung zu vindieiren - dann machet Zhr wiederum die traurige Erfahrung, das; eure Kinder gar bald als Jünglinge die Zeit beklagen, die sie in ihren Knabenjahren an den hebräischen Unterricht ״vergeudet", das; sie das ״Hebräische", das jüdische Element — im glücklichsten Falle - für immer verächtlich beseitigen — oft aber auch sich davon so viel für ihre Mannesjahre aufbewahren, um dann, — nachdem ihr Geist an ganz fremdartigen Elementen gereift, von ganz fremdartigen Anschauungen umfangen, in Verehrung ganz fremdartiger Prinzipien versunken, — mit un-׳ jüdischem Kopfe und Herzen zu dem Heiligthum ihres Volkes wiederzukchren — und das. Heiligthum, auf dessen geistiger Schwelle sic nur als Knaben verweilt, in dessen Hallen aber nimmer ihre Zünglingsgefühle, nimmer ihre Mannesgedanken erblühet — dessen