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Jeschurun · 1855-01-01 · Heft 4 (Januar 1855) · p. 238

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 4 (Januar 1855)
Article
Deutschland : aus dem Badischen [Nachricht]
Date
1855-01-01
Page
238 (sequence 2)
Language
German
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238 ״keine Beiträge, außer jährlichen fl. 700 an das allgemeine Krankenhaus, ״welcher Beitrag davon herrührt, daß diesem das sog. Nothhaus einver- ״leibt wurde , worin Verunglückte und mit ansteckenden Krankheiten behaftete ״Individuen aufgenornmen werden und worin nicht nur christliche sondern ״auch israelitische Kranke Aufnahme finden." Es sei daher die erwähnte Verfügung des Ministeriums dort nicht anwendbar, — bei welcher offiziellen Mittheilung des Gemeinderathes der Synagogenrath sich auch beruhigte. — Gleichwohl gewann derselbe i. I. 1860 die Ueberzeugung, daß glicht fl. 700 sondern alljährlich über fl. 5500 aus der Communalkasse für Armenzwecke verausgabt werden, und sollte noch bcijit, als später einmal eine jüdische Kranke im Nothhans untergebracht worden, zur. Zahlung der Verpflegungskosten herangezogcn werden. Es versteht sich von selbst, daß der Synagogenrath sich bei dieser Sachlage um so weniger beruhigen konnte, als das Steuerguotum der jüdischen Steuerpflichtigen */6 der Gesammt-Steuersumine beträgt, die jüdische Gemeinde somit rechtlich eine Rückvergütung des 6. Theils der in 12 Jahren für Armenzwecke verausgabten Summe von fl. 60000, also fl. 100-00 von der Commune zu beanspruchen hat. Obgleich der Synagogenrath auf dem Wege gütlichen Vergleichs sich mit dem unverhältnißmäßig geringen Minimum der Vergütung der letzten 3 Jahre begnügen wollte, haben doch die bisherigen Verhandlungen zu keinem Resultate geführt, und werden wir über den Ausgang, dem man mit großer Spannung entgegen sieht, seiner Zeit berichten. , Mainz im Dczbr. 1854. בפרוע פרעות בישראל בהתנדב ברכו ד׳ Dp/ ״wenn in Zeiten des Verfalles irgendwo wieder dao Volk mit neuer, frischer Weihe seinem Gott sich hingiebt, so danket Gott!" Verzeihen Sie,-wenn ich unter der Aegidc dieses Spruches eine kurze Notiz über das Entsteben und den gegenwärtigen Stand unserer auf das alte Prinzip des väterlichen Iudenthunrs neugegründeten alten Gemeinde der Veröffentlichung nicht unwerth halte, zumal <die Kämpfe, die wir durchzumachen, die Schwierigkeiten die wir 511 überwinden batten, und zugleich die geringen Kräfte, mit denen wir das Werk begannen, ganz geeignet sind, als erweckendes, ermunterndes Beispiel überall bin zu wirken, wo leider, wie bei uns, die religiöse Richtung der Gemcindeleiiung der treugebliebcnen Minderzahl die Erfüllung ihrer religiösen Pflichten und die Pflege des väterlichen Heiligthums fast zur Unmöglichkeit gemacht. Rabbiner und Synagoge waren bei uns der modernen Richtung verfallen; damit aber in Mainz, dieser altebrwürdigen ״Mutter" im deutschen Jsrael, der חוך־יךן und בולח^ jeder Boden entzogen und durch die gänzliche Vernachlässigung der religiösen Iugendbildung auch jede Hoffnung für die Zukunft vernichtet. Da schaarten wir uns zusammen, und zählen wir gleich auch jetzt nur erst 100 unter 400 jüdischen Bewohnern zu den Unsrigen, so ist es doch bereits flchmgen, die Anerkennung unserer Vereinigung als Gemeinde auf dem unerschütterten alten Prinzipe 31t er-

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