Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1855)
- Article
- Die Juden in Vollhynien, Podolien und der Ukraine
- Date
- 1855-01-01
- Page
- 210 (sequence 7)
- Language
- German
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Gcmcindewcsen. 210; dere Volk häufig c\cc\cn die Juden erlaubt, welche dieselbell mit de- ,! wunder ungowüediger Ruhe, ebne Grwiederuilg oder Zorneoauodrnck l ertragell, obgleich sie im Stillen wohl ähnliche Verachtung begell, z zu der sie schon die vom Gesetz gebotene Venileidllllg aller Gnnein-! schaft mit beu (?hristell leitet. Auch die Gutobesilzer würderl sich besser oblle die Juden und ihre große Dienstwilligkeit lind Fähigkeit befinden, denn eben die! Leichtigkeit, mit der sie von ihnen Geld, llatürlich ju höchsten Zirrseu, : borgen können, ist der Hauptgrund der so häufigen Verschuldung und Vermögenozerrüttung des Aoelo, der auch von seinen durch Juden verkaufte!» Lalldproducten nicht den Gewinn zieht, den ihm ן ein unmittelbarer Vertrieb gewähren würde. Trotz ״dieses Speeulationsgeistes, der sich mit Klugheit und List 1 aller Vortheile bedient, kann mau diese russisch - polnischen Jllden,; die ihn in so hohem Grade besitzen, keiiler Neigung zu wirklichem ■ Betrüge beschuldigen, könnte im Gegelltheil lnanilichsache Beispiele 1 von ihrer Gbrlichkeit in Handelunb Geldgeschäften, ihrer Znver׳ lässigkeit bei eillgegallgenell Dieilsteolltraeten anfiibveu, ja illanche!; Züge voll Altsopferllllg unb Hingebung bei Auoübung solcher übernonlulenen Verpsiichtullgell erzählen. Gs ist ein neuer Beweio vom israelitischen ^onservaliomno, daß alle hier lebendell und wie ihre Gltern und Vorelterll hier ge- ‘ bornell Juden unter ciuanbev nicht russisch oder polllisch, sondern \■■} die Sprache ihrer vor Jahrhunderten auo deutschen Lälldern ein-!; gewanderten Ahnen reden; ihr Deutsch freilich ist wje eine (>arrim catur oeo ächten und ktillgt deutschen Ohren säst unvevftäublid) unb■ i; wie eine Prosanation ihrer schönen Sprache. Ginen traurigen Eindruck machen die voll Jllden bewohnten 1 Städte und Dörfer; in den letzteren stehen kleine stallarüge Hütten; weit von einander, von t'eincm Baum oder Strauch llnlzällllt, unb ■| statt des Gartens von schmutzigen Pfülzeil ulld Ullrath aller Art j umgeben. Malerischer erscheinell beim ersten Anblick die jüdischen Städte durch die bunt durcheinandergestreuten llnregelllläßig geballten, oft halb zerfallenen Häuser und Hütten mit theilweis zerbrochener»' Außentappell, gesenkten Balconen mib Lhüren, losen Dächern, schiefen! Gallerien, fragulentarischell Schot!»steine,», Fenstern, an denen schnlutzige \ Wäsche hängt und zerbrochene Geschirre stehen; der Aufenthalt in