Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1855)
- Article
- Der jüdische Sabbath
- Date
- 1855-01-01
- Page
- 194 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2932754-2932807-2932812-2938237--00295-2938279- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
/ js& r l //wv; .. - 194 Der jüdische Sabbath. glücklich, wenn dadurch auch »ur eine Familie, eine Hütte, eine jüdische Seele angeregt würde, sich diesen ewigen Schatz des Lebens j afls den Strömungen der Zeit unversehrt und ungeschmälert zu! rette». 1. Der Sabbath, ein von Gott vcrordneter Tag der Nicht. Kommet der Sabbath, Kommt die Ruh'. Und wäre er auch nichts weiter, als eben Dies, nichts weiter, als ein mit jedem siebenten Tage wicberkehrcndcr, von Gott vcrorbnctcr Tag der Ruhe, wie er sich i» äußerlichster Erscheinung auch schon dem oberflächlichsten Blicke darstellt, welchen Segen hätte er schon in seinem Geleite! Wenn du diesen Sabbath, diesen Tag der Ruhe, der von Gott vcrordncten Ruhe nicht hättest, wann würdest du ruhen, wann zu dir selber kommen, kommen zu Weib und Kind, kommen zu Gemüth und Geist, kommen zu deinem Himmel auf Erden? ״Wenn du einmal Zeit hättest?" — aber wann hättest du Zeit, dürftest du Zeit haben? Unablässig arbeitet die sinnliche Welt um dich, stcbet nimmer still, kämpfet rastlos nm's sinnliche Dasein, schreitet unanfbaltsam weiter, wer nicht fortgehct, geht zurück, wer stille stebet, wird zertreten, ״Tag's und Nacht's feiern sie nimmer" — und du würdest, wolltest, dürftest einmal ״Halt" sagen, ״Halt" deinem Mühen, Halt deinem Sorgen nm's leibliche Dasein, würdest, wolltest, dürftest einmal Rübe gebieten deiner Hand, Ruhe deinem Kopfe, Ruhe deinem Gcmüthe, — einmal trockenen den Schweiß, einmal glätten die Stirn, eiinnal abschüttcln den Staub auf der Rennbabn des . Lebens, einmal nicht vorwärts, sorgenvoll vorwärts schauen auf das noch zu erringende Ziel, sondern zurückblicken, um dich, in dich schauen, freudevoll, friedcvoll Hinschauen auf das, was du bereits gewollt, was du bereits erstrebt, was dir bereits, was du bereits geworden, und hinaustrctcn aus dem schmerzensreichen rastlosen Werden, in das heitere Gefühl des Seyns, des Menschendaseins im Paradiese der Erde! ״Paradies?" Wer wagt noch vom Paradiese auf Erden zu