Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1854)
- Article
- Pariser Zustände
- Date
- 1854-12-01
- Page
- 160 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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6. _\־> / f L l 160 (Wcmcinbcwcfcn. baltcn verpflichtet sein, ob denn nun auck die während der Zeit des Gebets und der Buße von den jüdischen Seelen gesammelten Erndten für unser geistiges Leben im nun neuangetreteneil Jabre aucreichen werden, ob die Schnitter und Schnitterinnen nichts׳ auf dem Acker unt> in dem Weingarten des Herrn vergessend Denn siebe, bi er, auf diesem Acker -- darf man nichts zurücklassen, nichts vergessen; denn Jeder ist hier arm, Jeder bat hier die kleinste Aebre, das kleinste Kornlein notbig um sich unb seine Familie zu nähren. Aber dagegen gibts auch hier nie ein ״schlechtes Jahr", nie ein Deficit, das man durch fremde Zufubr —• durch Reform und Abfall — ergänzen müßte, lieber die Früchte, die in den bimmlisckcn Regionen reifen, über das Brod, das Gott vom Himmel spendet, vermögen Hagel und Stürme nichts; die Grndte ist immer überreichlick, entspricht allen Bedürfnissen Aller. Es kommt nur darauf an, daß man sie sorgfältig |\0)ןוזזןןג, daß man Herz und Halls damit fülle, daß man davon hinlänglich einheimse für seine Familie, für seine Gemeinde, für ganz Israel, für die ganze Menschheit. — Wohlan, haben wir als treue Arbeiter gearbeitet? Haben wir nichts auf dem göttlichen Boden der (>*vnbtc deo Allerhöchsten verabsäumt? Doch diese statistische Ucbcrsckau der religiösen Tbischri-Erndte und die Erwägung ihrer Resultate überlassen wir gerne unsern ״Seelsorgern", überlassen wir gerne Denen, die den Berus emp fangen, die Hniber und Hirten Israels zu sein. Weit entfernt, ihnen ihre Pflichten und die Art und Weise vorschreiben zu wollen, wie sie sich ihrer heiligen Obliegenbeiten zu entledigen hätten, erlanden wir uns glcichwobl eine achtungsvolle Bemerkung. Man bat oft den Nutzen geistlicher Rundreisen besprochen, man hat oft die Beschränktheit der Mittel beklagt, die unsern Geistlichen die Möglichkeit versagt, von Zeit zu Zeit die Gemeinden ihres Kreises zu besuchen. Was aber bindert sic, eine geistliche Wanderung im Kreise der Gemeinde ihres WobnortS zu macken, jedes Haus und jede Familie zu besuchen, den Salon wie die Mansarde, und überall hin ihre Belehrungen, ibren Ratb, ihre Ermahnungen zu bringen? Ein bekanntes schönes Gemälde zeigt einen Dorfpfarrer, der am Freitage, dem katholischen Fasttage, eine Familie gerade in dem Augenblick überrascht, wo sie am Tiscke sitzt und Fleischspeisen