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Jeschurun · 1854-12-01 · Heft 3 (Dezember 1854) · p. 149

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1854-1855)
Issue
Heft 3 (Dezember 1854)
Article
Aus Hamburg
Date
1854-12-01
Page
149 (sequence 4)
Language
German
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A»S Hamburg. II. 149 die uns vor Allem am Herze» liegen muß, über die Arnienschulc, das יד הלכוד חורה Die Kosten dieser Anstalt werden theils durch Legate, tbeils durch einen jährlichen Beitrag aus der Gcmeindekasse von 6000 ,'J/j(; bestritten. Für letztere reservirte sich der Gemeinde- Vorstand das Recht, die finanziellen Angelegenheiten des Institutes durch ein von ibm delegirtes Mitglied derselben, mit zu dirigiren. Ursprünglich waren die Leistungen dieser Schule fast nur auf den jüdischen Religionsunterricht beschränkt, außerdem wurde Rechnen Schreiben, Lesen nothdürftig gelehrt. Als vor etwa dreißig Jabren der sel. Bernavs in die Verwaltung kam, machte er es dem damaligen Schulkollegium klar, daß, da die jüdische Religion die Pflichten eines guten Bürgers involvire, der Unterricht in einer jüdischen Scknle auch alle die Fächer umfassen müsse, die den Knaben zur Leistung solcher Pflichten befäbigen. Seitdem wird in dieser Schule außer der Kenntnis; der hebräischen Sprache, des חנך? und für besonders befäbigte Schüler auch des Thalmud, allen Fächern des sogenannten deutschen Wissens als: Deutsch, Geographie, Geschickte, Naturbistorie unb Natnrlehre die gebührende Aufmerksamfeit geschenkt. Es ist bei Lebzeiten des sel. Bernavs der Verwaltung oft zum Vorwurf gemacht worden, daß der Unterricht in den letztgenannten Fächern ausschließlich christlichen Lehrern anvertraut war. Das jetzige Schulkollegium scheint zwar davon zurückgekommen zu sein, diese Einrichtung als ausschließliche Norm zu betrachten; denn in den untern Klassen werden diese Gegenstände allerdings von Inden gelehrt. Die Berücksichtigung einiger eigentümlichen Verhältnisse unserer Gemeinde scheint jedoch die Verwaltung zu veranlassen, de facto wenigstens für die höheren blaffen dabei 51t bebarren. Was nun die heutigen Leistungen der Schule betrifft, so müssen wir gestehen, daß, wenn wir mit unbefangenen Augen die Schwierigkeiten betrachten, die ihren! Wirken entgegenstehen, wir uns wohl damit zufrieden erklären können. Wenn wir nämlich bedenken, daß die Anstalt in Verhältnis; zu dem hohen Honorar, welches wegen des theuren hiesigen Lebens guten Lehrern gewährt werden muß, über viel zu beschränkte Mittel zu gebieten *) Von der israelitischen Freischule, die ebenfalls den Unterricht der Armenkinder zum Zwecke hat, werde ich in einem nächsten Artikel berichten.

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