Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1854-1855)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1854)
- Article
- Aus der Mappe eines wandernden Juden
- Date
- 1854-12-01
- Page
- 138 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Aus tcr Mappe c!»cS wantctnfccn 3utcn. Blättern ihrer Pinkessim und Tbakkanotb, ibrer Protokolle nnd Statuten fuci'cn sie sieb Jutritt, und Sie werden den Hut abzieben vor der Einsicht, der Umsicht, der Nn> artbeilichkeit, dem Ordnung- und Schicklichkeitssinu, dem Derech Grez, der Hingebung, der boben Weisheit nnd der praktischen Tüchtigkeit Ibrer Väter. Ich bade in die Vergangenheit manel cr Gemeinde hineillge>chaut, uub ich kann sagen, dis etwa vor hundert Jabreu waren die Angelegenheiten der Gemeinden iu einer Weise und einem Geiste geordnet, iw\; wir uno freuen «lögen, wenn unsere (Sn fei cv!t da wieder halten, wo unsere Großväter standen. Seit hundert Jahren ist es fast gleichzeitig in den meisten Gemeinden rückwärio gegangen und wurden schon in den Protokollen ihrer Versammlungen die Klagen laut, es fehle immer mehr an Männern, die der! von Altero her vorgeschriebenen Qnalisicationen zu Gemeindeämtern entsprächen, nnd müsse man die Altforderungen ermäßigen — ״ ,זה היום שקויבוu alter Graukopf ein, der sich inzwischen zu uns gesellt. Gr hatte mit iminer fnttkelnderen Augen unseren Gesprächen zngehort, hatte immer stärker vor sich hin die Wolken aus seiner Pfeife gewirbelt, stand nun aber schon lange mit der Pfeife aus dem Munde, ruckte sein Mützeren und sprach: Nichts für ungut meine Herren, wenn ich Alter mich Ihren Gesprächen altschließe. Bin ick doch lange nicht so mekadbel Hannooh gclveselt, habe ich doch lange nicht einer ,-eit Gerechtigkeit zollen gehört, die der heutigen Jugend ganz unkenntlich geworden. Ich habe sie auch nicht mehr in ihrem Glanze gekannt, es ist in meiner Jugend schon rückwärts gegangen; aber aus den Trümmern, die mir noch begegnet, kann ich die ganze Größe der vorangegangenen Herrlichkeit ermessen. Sie haben aber nur von den Parnassim und Mauhigim gesprochen, haben nur an Kahal's Tisch gedacht, und haben die Ghewro.th, die Baale Batim und Naschim Zidkanioth, haben das ganze Humanität- und Familienleben vergessen. Kennen Sie die Awrte: ,כבוד 2,ש2הה שלום ביח ׳צניעוח ׳כבוד אב ואם ׳כבוד החורה ׳גמילוח חסד ׳לשם מצוה ׳לשם שמים׳ bade» Sie »06 eine Vorstellung von der Zauberkraft dieser Prinzipien, die der Sprachschatz unseren Vätern und Müttern bewahrte, und die eine Entfaltung der Menschen . liebe und deö Familienlebens bewirkten, die die Hütten und Gassen der jüdischen Abgeschlossenheit doch zu einem Garten gestalteten, in